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Einfach machen!
Foto: Marco Stepniak

Einfach machen!

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Stefan Prott

Für Jugendliche, für Kultur und lebendige Demokratie: Sabine Weißenberg hat immer neue Projekte und Themen in Herten vorangebracht. Vielleicht liegt’s an ihrem Motto: „Einfach machen!“ Jetzt geht sie in den Ruhestand.

Das muss man erst einmal schaffen: Seit 1986 ist Sabine Weißenberg – nur unterbrochen von einer kurzen Babypause – für die Stadtverwaltung tätig. Als sie nach dem Studium der Sozialarbeit ihr Anerkennungsjahr in Herten begann, wurde unter Tage noch schwarzes Gold gefördert, während oben die knallbunte Popkultur der 80er-Jahre explodierte.

„Politisch war viel los: das Ende der alten Friedensbewegung, junge Menschen, die etwas bewegen wollten.“ Neue Ideen wurden diskutiert, erprobt, Projekte geplant: „Es war die große Zeit der soziokulturellen Zentren, dafür gab es Fördermittel und einen lebendigen Austausch in der Szene.“
Auch in Herten: Im neu gebauten Bürgerhaus Süd übernahm Sabine Weißenberg den Jugendbereich. „Hier trafen sich alle: die Jungen, die Alten, die Kirchen, der Murphy-Kreis, die Grauen Panther … so ein Ort fehlt heute“, glaubt sie. Gemeinsam mit der Initiative „Kulturschock“ holte sie gefeierte Indie-Acts nach Herten und gab der lokalen Szene eine Bühne – im Bürgerhaus, der Gesamtschule oder den Coca-Cola-Hallen.
1993 ging sie nach Westerholt, entwickelte als Leiterin die FBW zum soziokulturellen Zentrum weiter und machte im Frauentheater die Legende von „Hexen-Änneken“ lebendig. Nach der Elternzeit verantwortete sie die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen, startete Projekte aus Hip-Hop- und Rap-Kultur, etablierte den Kulturrucksack und die Kulturagenten.

Dazu kam immer mehr Erinnerungsarbeit – beim Holocaust-Gedenktag oder bei Begegnungen mit Zeitzeugen der Nazi-Diktatur.
„Politische Bildung ist mein Thema“, sagt Sabine – und das konnte sie ab 2015 als Koordinatorin von Demokratie leben! ebenso fördern wie als Programmbereichsleiterin für politische Bildung und Gesundheit an der VHS Herten.
Zu ihrem Ausscheiden Ende Dezember reflektiert Sabine Weißenberg: „War alles gut, oder hast du auf 35.000 Hochzeiten getanzt?“ Sie versteht sich als Netzwerkerin in der Stadtgesellschaft: „Ich habe versucht, alle ernst zu nehmen und wertzuschätzen“, sagt sie.
„Das ist doch genau das, was wir wollen – dass Menschen sich einmischen in unsere Gesellschaft und sich Gehör verschaffen.“ Wie wahr.

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