Liebe Sultans of Swing in Moll

Hans und Alexander Moll teilen ihre große Leidenschaft für Dire Straits & Co.

Es geht die Anekdote, dass die Aufforderung seiner Mutter den pubertierenden Marius nervte: „Mach diese Musik aus!“ Je häufiger die Mutter rief, desto stärker entflammte bei Müller-Westernhagen die Leidenschaft für den Blues und Rock `n Roll. Dieser musikalische Generationen-Konflikt ist in der Familie Moll gänzlich unbekannt. Der immerhin bald 69-jährige Hans Moll aus Herten-Süd teilt vielmehr mit seinem 21-jährigen Sohn Alexander die Begeisterung für die Rockmusik. Jährlich besuchen sie gemeinsam rund 15 Konzerte. Darunter sind neben Ohren-Schmeichlern à la McCartney durchaus Bands mit der vollen Dröhnung wie „AC/DC“, „Metallica“ oder „Deep Purple“.
Schier grenzenlos begeistern sich die beiden Molls unisono für die einstige Band „Dire Straits“. Hierbei bewundern sie insbesondere deren Leadgitarristen und Komponisten Mark Knopfler, der nun als Solist die Säle füllt. Als Moll-Junior vor Jahren die Platten- und CD-Sammlung seines Vaters durchstöberte, stieß er auf den schottischen Ausnahme-Musiker. Ob der junge Moll in seiner Band „Dire Strings“ wirklich ein Knopfler-Klon ist, sei dahingestellt. Aber: „Augen zu und Mark Knopfler in den Ohren“, schrieb ein Musik-Kritiker. Ein anderer Kollege wagte den Vergleich, er sei der „Mario Götze der Gitarre“. Der international gefragte Technik-Partner großer Künstler und Chef der heimischen Firma Schallmeister GmbH, Tim Jansen, urteilt: „Ich hab den Alex als 14-Jährigen in der Ewald-Kaue erlebt. Da ließ er bereits sein riesiges Talent aufblitzen.“


Die Karrieren der beiden Moll-Männer starteten jeweils sehr bescheiden. Der Vater versuchte sich im Studio-Chor Essen. „Mit mäßigem Erfolg“, wie der Diplom-Ingenieur der Chemie in Diensten der AGR Gruppe heute freimütig zugibt. Die Entwicklung stagnierte augen- und ohrfällig. Um wegen der Mädchen beim Chor bleiben zu können, ließ er sich zum Vorsitzenden wählen. Immerhin organisierte er in dieser Funktion für den Chor eine viel beachtete dreiwöchige Tournee durch Südafrika.
Ebenfalls wenig vielversprechend verlief der musikalische Start für seinen Sohn. Bei einem Elternabend im Kindergarten erfuhr Mutter Marion Moll, dass ihr Sohn Alex wohl ein Grobmotoriker sei. Mangelndes Talent und „weil mein Kumpel Felix und ich viel Mist gemacht haben“, flogen die beiden Flegel aus dem Flöten-Unterricht.

Von wegen „Grobmotoriker“
Die Finger des designierten „Grobmotorikers“ fliegen heute in wahnsinniger Geschwindigkeit und höchst filigran über die Gitarrensaiten. Die zupft er wie sein Vorbild Knopfler häufig auf einer Fender Stratocaster ohne Plektrum, also nur mit den Fingern. Während seiner Konzerte lässt er sich zehn unterschiedliche Gitarren reichen. Einige davon sind eigens für den begnadeten Musiker angefertigt. Die komplette Instrumenten-Sammlung wird bei kontrolliertem Raum-Klima wohlbehütet im Probenkeller aufbewahrt. Übrigens ist der ebenfalls gescholtene Flötist Felix (Plumeier) inzwischen der Rhythmus-Gitarrist in Molls Band. Beide unzertrennlichen Freunde treten als Duo „Two of us“ auf.
Im Vergleich zu seinem Vorbild fehlt Alexander Moll eine wichtige Facette. Er covert zwar brillant, aber eigene Kompositionen gibt es nicht. Der Angesprochene erklärt: „Würde ich liebend gerne machen. Hab auch einige brauchbare Melodien im Kopf. Aber ich bin kein Songwriter. Ich traue mir das Texten nicht zu.“ Irgendwie klingt das wie die Textzeile von Adel Tawil: „Ist da jemand?“ Wenn ja: Kontakt bitte über die Website der Band „Dire Strings“…

 

Text: Michael Polubinski • Fotos: Birgit Frey

Info

www.direstrings.de

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