Gemischtes Doppel: Sie

Inga Strunk und Sven Schmidt sind Zwillinge. Ihr Verhältnis – damals und heute

Blut ist dicker als Wasser, besagt ein Sprichwort. Und eine engere Geschwister-Bindung als die zwischen Zwillingen ist kaum vorstellbar. Doch ist das auch so, wenn das Zwillingspaar aus einem Jungen und einem Mädchen besteht? Bei Sven Schmidt und Inga Strunk auf jeden Fall.

„Bis wir vierzehn waren, war Sven fast einen ganzen Kopf kleiner als ich“, erinnert sich Inga Strunk. Sie ist der ältere Zwilling, ganze 16 Minuten, „darauf habe ich auch immer Wert gelegt“, sagt sie mit einem ironischen Lächeln. Klar, dass sie in der Grundschule auf den kleinen Bruder aufgepasst hat. Als der ihr in der Pubertät über den Kopf wuchs, hat er sich revanchiert: „Auch als wir auf der Erich-Klausener-Schule in getrennten Klassen waren, hat er immer auf mich geachtet.“

Wichtiger Ansprechpartner

In dieser Zeit hat Inga Strunk einen eigenen Freundeskreis aufgebaut und nicht mehr so viel mit Sven unternommen wie in Kinderzeiten. „Aber richtig gezofft haben wir uns eigentlich nie“, das weiß sie bis heute. „Weil wir als Kinder immer zusammen waren, ist die Beziehung einfach enger als zu unserem älteren Bruder Björn.“ Für ihre Freundinnen indes war ihr Bruder auch in der Pubertät interessant: „Irgendwie standen sie alle auf Sven“, verrät Inga Strunk lachend.

Nach der Schule entwickelten sich die Lebenswege unterschiedlich: Der Bruder machte eine Ausbildung, die Schwester ging studieren. Heute arbeitet Inga Schmidt als Diplom-Sozialarbeiterin, hat einen Mann und zwei Söhne. „Die haben aber nicht so viele Flausen im Kopf wie wir früher“, findet sie. „Heute frage ich mich manchmal, wie meine Mutter das überhaupt geschafft hat.“ Ihr Bruder ist heute wieder ein besonders wichtiger Ansprechpartner – und er achtet weiterhin auf sie: „Sven geigt auch schon mal meinem Mann die Meinung.“

Text: Stefanie Hasler • Fotos: André Chrost