Einfach machen!

Bürgerpreise der Stadt Herten im Schloss verliehen

Enfach machen, ob im Verein oder als Einzelkämpfer: Bürgermeister Fred Toplak brachte es auf den Punkt, was die Träger des Hertener Bürgerpreises auszeichnet. Im Schloss wurden diePreise für ehrenamtliches Engagement bei einem stimmungsvollen Abend verliehen, den die Musical AG der Erich-Klausener-Schule mit den schönsten Songs aus ihrem Repertoire umrahmte.

Selbstloses Engagement auf vielen Feldern
Sich einzusetzen, für andere und seine Umwelt, ist oft selbstlos und geschieht ohne finanziellen und materiellen Antrieb. Umso wichtiger ist es, ehrenamtliche Tätigkeit und Bürgerengagement sowie Eigeninitiative und Selbsthilfe ausdrücklich zu loben und mit Auszeichnungen zu bedenken. Die Stadt Herten verleiht deshalb seit vielen Jahren den Bürgerpreis in sechs verschiedenen Kategorien. Eins gilt für alle Preisträger: Sie beweisen durch ihre zahlreichen Aktivitäten, ob dauerhaft in traditionellen Strukturen oder projektorientiert in kleinen Einheiten auf Zeit, dass ihnen Herten und die hier lebenden Menschen nicht gleichgültig sind. Die ganze Stadt sagt: Danke!

Sonderpreis Lebenswerk: Manfred Schirmer

Ohne ihn wäre der Fußball in Herten nicht denkbar. Manfred Schirmer ist seit 1937 in der DJK Spvgg. Herten aktiv, spielte zunächst selbst aktiv Fußball. Später übernahm er alle ehrenamtlichen Positionen im Verein. Der 90-Jährige ist bis heute Kassierer im Altherrenfußball und im Wirtschaftsrat, wurde 2013 zum Geschäftsführer und Kassierer des Hauptvereins gewählt und gründete 2010 den Förderkreis „Sport Katzenbusch“.

Sport: Helga Stebner und Dr. Ferdinand Stebner

Mutter und Sohn werden für ihren „langjährigen hervorragenden ehrenamt­lichen Einsatz für den TuS Herten Volleyball“ ausgezeichnet. „Sport zählt zu den Leidenschaften unsere Familie“, sagt Helga Stebner. „Ich möchte besonders Kindern und Jugendlichen den schönen Volleyballsport vermitteln, spiele selbst noch in der Hobbymannschaft.“ Ihr Lebens­motto: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ Und wenn sie einen Wunsch frei hätte, dann wünschte sie sich: „Eine Welt ohne Kriege und Hungesnöte.“ Ihr 35 Jahre alter Sohn, beruflich als Wissenschaftler an der Ruhruni in Bochum, hat in Herten die Leidenschaft für Volleyball wieder neu entfacht. Eien besonderen Wunsch? „Den würde ich gern weitergeben an Menschen, die ihn benötigen. Ich bin zufrieden.“

Umwelt/Umweltschutz: Fritz Laukemper

Die rührendste Geschichte eines Bürgerpreises erzählt Fritz Laukemper: „Angefangen hat mein Einsatz für Herten, weil ich meiner Frau einen der Wege im Park schöner gestalten wollte.“ Seit 50 Jahren lebt der seit sechs Jahren verwitwete Elektromeister in Westerholt. „Ich sammel‘ am Glaubensquartier den Müll auf, schneide im Park Büsche zurück und sorge dafür, dass es hier picobello aussieht.“ Warum er das tut? „Ich bin in der Natur groß geworden, ich kenne mich damit aus.“ Außerdem gilt für ihn: „Wer die Welt verändern möchte, muss im Kleinen anfangen.“

Soziales: Gerd Luthe

„Mich hat die Auszeichnung echt überrascht, ich sehe mich so gar nicht – ich habe nur oft ‚Ja‘ gesagt, wenn ich um etwas gebeten wurde.“ Der 81-Jährige engagiert sich in Kirche und Gemeinde, betreut Gehbehinderte als Fahrer und hat den „Tiöns-Treff für Herren gegründet. Was ihn antreibt? „Die Begegnung mit Menschen und die christliche Aufgabe.“ Für ihn in Herten als „Mitmachstadt“ selbstverständlich. Dabei gilt es, findet er, immer gelassen zu bleiben. Und wenn er zaubern könnte, dann „würde ich mir wünschen, dass jeder Mensch den Anderen akzeptiert und seine Würde achtet“.

Kultur: Stefanie Hasler und Kevin Runau

Seit Jahren prägen die beiden Preisträger die Kulturszene in Herten entscheidend mit. Zwei Projekte sind es, die nun zur Auszeichnung mit dem Bürgerpreis geführt haben: Der Poetry Pub, dessen Erlös guten Zwecken in Herten zugute kommt. Und das NachtLokal, eine LateNight-Show lokal und in einem Lokal. Und, gibt es ein gemeinsames Lebensmotto? „Höchstens: Man darf nie seinen Humor verlieren!“ Wenn die beiden einen Wunsch frei hätten, würden sie sich wünschen: „Dass die Welt insgesamt ein sozialerer Ort wird. Ein bisschen mehr Solidarität, Menschlichkeit und Miteinander würde an vielen Stellen helfen.“

Zivilcourage, Eintreten für Toleranz und Integration und gegen Rechtsextremismus: Almir Bajrami

Seit 1991 wohnt der jetzt 33-Jährige bereits in Herten. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. „Ich freue mich sehr über diesen Preis“, sagt Bajrami, und fügt hinzu: „Ich habe in meinem Leben so viel bekommen und wurde von tollen Menschen unterstützt.“ Ihnen verdankt er, dass er so ist wie er ist. Sein Lebensmotto: „Leben und leben lassen.“ Sein Wunsch: „Dass die Menschen zufriedener und dankbarer werden.“