Deutschland in Herten

Zwei Herzen in einer Brust

Der berühmte Mond von Wanne-Eickel könnte ihr Sternzeichen sein. In der Hertener Nachbarstadt ist sie geboren, das Lied von Friedel Hensch und den Cyprys ist französischen Ursprungs. Grenzüberwindendes lag ihr quasi in der Wiege. Dr. Babette Nieder (55) erfüllt alle Voraussetzungen zur Vorzeige-Europäerin. Sie kam als Zehnjährige nach Herten, besuchte hier das Gymnasium. Anschließend studierte sie in Konstanz, Paris und im spanischen Salamanca, ging nach Peru, arbeitete in England, Frankreich, bei der EU- Kommission und entschied: „Du bleibst in Europa.“ Neben der deutschen hat sie auch die französische Staatsbürgerschaft. Seit 2010 ist sie wieder in Herten, bei der Stadtverwaltung Geschäftsführerin der Hertener Beteiligungsgesellschaft und verantwortlich für das Klimakonzept und Europa­fragen. Europakritik nimmt sie gefasst auf. Für Babette Nieder sind Fehler menschlich und vor allem korrigierbar. Ob Arbeiter oder Minister: In Paris, Brüssel und Herten gelten für sie die gleichen Leitsätze. Information, miteinander reden, Kompromisse schließen. Ihre Devise: „Lieber jahrelang diskutieren, als nur eine Minute schießen.“

Text: Dagmar Hojtzyk • Fotos: Markus Mucha