Offen und integrativ

Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis RE

Das Leben kann Menschen ganz plötzlich an ihre Belastungsgrenzen treiben – zum Beispiel wenn es um die Themen Tod und Sterben von Kindern oder Jugendlichen geht. Hier hilft der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Recklinghausen. Fast komplett aus Spendengeldern finanziert, begleiten 38 ehrenamtliche und drei hauptamtliche Mitarbeiter seit bald 15 Jahren Familien, deren Kinder lebensverkürzend erkrankt sind. Ein Zeitraum, in dem das Team vor allem eines gemerkt hat: Der Tod bzw. die lebens­bedrohliche Erkrankung eines Kindes ist nach wie vor ein Tabuthema in der Gesellschaft. „Ganz besonders merke ich das, wenn ich von meinem Beruf erzähle,“ sagt Sandra Westhoff, die hauptamtlich als Koordinatorin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Recklinghausen arbeitet. „Die meisten Menschen sagen dann: Das könnte ich nicht!‛. Dabei geht es bei unserer Arbeit überhaupt nicht nur um das Thema Sterben, sondern ganz viel ums Leben.“ Auch vielen Eltern falle es schwer, über den Tod zu sprechen – ganz unabhängig, ob sie als Familie betroffen sind oder nicht. Den Familien den Raum zu geben, einfach ihr Herz auszuschütten, ist wichtig. Wir sind nicht nur da, um zu helfen, sondern auch als Begleiter und Berater,“ erklärt die Koordinatorin. Eine entscheidende Aufgabe des Hospizdiensts ist dabei auch die Begleitung von Geschwisterkindern. „Wir schenken den Familien Zeit. Auch die Eltern sollen durch unsere Hilfe eine Entlastung erfahren, damit sie einfach einmal ohne schlechtes Gewissen schlafen oder ein Bad nehmen können,“ erklärt Sandra Westhoff. So kommt die Hilfe genau da an, wo es wirklich nötig ist.

Text: Dr. Felicitas Bonk, Foto: André Chrost