Hertener Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet

Der Bürgerpreis

Jedes Jahr verleiht die Stadt Herten den Bürgerpreis und zeichnet damit Hertenerinnen und Hertener für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement aus. Dieses Jahr sind die Preisträger: die Bürgergilde Disteln, Helmut Borkens, Brigitte Pfopfreis, Hans-Jürgen Wunderlich, die Eheleute Anne und Karl Ott sowie Günter Kracht. Die Auszeichnung wird in verschiedenen Kategorien verliehen.

Kultur
Die Bürgergilde Disteln ist exemplarisch dafür, wie Tradition erneuert werden kann. 1860 wurde die Alte Bürgerschützengilde Disteln-Backum ins Leben gerufen. Aus der Idee, aus einem „unzeitgemäßen“ Schützenverein einen Heimatverein zu machen, wuchs die Bürgergilde Disteln ab 2010. Seitdem engagiert sich die Bürgergilde Disteln ehrenamtlich im „Dienst der Gemeinde“, so wie es für eine Bürgergilde üblich ist. Die Bürgergilde zeichnet sich besonders durch ihre zahlreichen Aktionen aus – wie etwa ihr Engagement beim Maiabendfest. Dafür erhält die Bürgergilde Disteln den Bürgerpreis in der Kategorie Kultur: „Die Bürgergilde Disteln-Backum hat es sich zur Aufgabe gemacht, Brauchtum zu pflegen und im Ortsteil Veranstaltungen zu organisieren, bei denen die verschiedenen Bürgergruppen zusammenfinden“, so die Begründung von des Vorschlagenden Wolfgang Kumpf.

Soziales
Helmut Borkens wird für sein Engagement im sozialen Bereich mit dem Bürgerpreis geehrt. Der 94-Jährige besucht seit 2009 jeden Mittwoch die Patienten der Palliativstation des Gertrudis-Hospitals. „Er hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Patienten. Mit sehr viel Gefühl und auch mit gesundem Humor begleitet er unsere Patienten während ihres Aufenthaltes auf der Palliativstation“, sagt Regina Kruse, die Helmut Borkens für den Preis vorgeschlagen hat.

Sport
Brigitte Pfopfreis erhält den Bürgerpreis in der Kategorie Sport. Sie ist seit 1962 beim TuS Westerholt/Bertlich tätig. Seit über 50 Jahren motiviert Brigitte Pfopfreis zum Sport, steht mit Rat und Tat zur Seite und hat immer ein offenes Ohr für die Menschen des Vereins. Viele Stationen hat Brigitte Pfopfreis beim TuS Westerholt/Bertlich durchlaufen: 1997 hat sie die Kinderturngruppe geleitet und viele schöne Ausflüge für die Kinder organisiert. 1998 wechselte sie in die Seniorenarbeit und leitete die Gruppe „50+“. Auch als Sportwartin war sie aktiv. Mit ihrem Engagement fördert sie Jung und Alt.

Umwelt
Hans-Jürgen Wunderlich und seine Frau Hedwig setzen sich seit Jahren aktiv für den Umweltschutz ein. Nun wird Hans-Jürgen Wunderlich mit dem Umwelt-Bürgerpreis geehrt. Sie haben rund um ihr Haus einen Naturgarten angelegt und Nistkästen gebaut, die sie im ganzen Stadtgebiet und darüber hinaus verteilt haben. Der Erlös der Nistkästen geht an verschiedene Stiftungen und Organisationen, wie zum Beispiel den SOS-Kinderdörfern auf Haiti 2017. „Herr Wunderlich hat durch Eigeninitiative viel für den Naturschutz in seinem unmittelbaren Wohnumfeld erreicht. Dieses Engagement außerhalb fester Institutionen, wie z.B. der Naturschutzverbände, hat Vorbildfunktion und sollte durch den Bürgerpreis gewürdigt werden“, so heißt es in dem Protokoll der Sitzung der Findungskommisson der Stadt Herten. Zur Zeit unterstützen Hans-Jürgen Wunderlich die Aktion "Job aktiv" der Caritas Herten, in Verbindung mit Arbeitslosen, Wildblumenwiesen zu erstellen.

Zivilcourage
Anne und Karl Ott setzten seit Jahren ein Zeichen für Toleranz. Das jahrelange Engagement und der unermüdliche Einsatz der Eheleute Ott hält die Findungskommission für auszeichnungswürdig. Ruth Dirks, die die beiden vorgeschlagen hat, begründet den Vorschlag: „Sie setzten sich im besonderen Maße und über einen langen Zeitraum seit 2015 für Flüchtlinge in Herten ein.“ So viel Engagement und Zivilcourage wird mit dem Bürgerpreis geehrt.

Lebenswerk
Der Bürgerpreis in der Kategorie Lebenswerk bekommt Günter Kracht. Er war Lehrer an der Hedwigschule und verschrieb sich privat der Kunst: Günter Kracht organisierte Kunstveranstaltungen in der Stadt Herten und leitet Kunstreisen der VHS-Herten. Er ist im Orangerie-Verein tätig und Startbesetzung der Redaktion „Schau rein“. Peter Kitzol-Kohn hat den Hertener vorgeschlagen: „Seine persönliche Meinung formuliert er in vielen Leserbriefen und Artikeln in der Tagespresse stets ohne persönliche Angriffe unter Beachtung demokratischer Regeln. Mit seiner ruhigen Art und sehr sorgfältigen Vorbereitung gelingt es ihm, auch heute noch Menschen mitzunehmen und für seine Projekte zu begeistern.“

 

Text: Sandrine Seth • Fotos: Markus Mucha, Privat