Video Eine Eins in „Welt retten“

Warum Lehrerinnen wie Yvonne Jeschke und Marie Buchholz ihren Job lieben

Sind die Zeiten, in denen Lehrer­innen und Lehrer unangefochtene Respektspersonen waren, vorbei? Was macht den Beruf heute aus? Dank Helikopter-Eltern und schulpolitischem Hin und Her ist der Job der Lehrerinnen und Lehrer kein leichter. Aber es gibt sie, die Menschen, die sich der Verantwortung bewusst sind, dass sie die Zukunft unser aller Welt unterrichten.

„Ja, die Betreuung der Schülerinnen und Schüler ist heute anders“, sagt Yvonne Jeschke, Lehrerin für Englisch und evangelische Religion am Städtischen Gymnasium in Herten. „Ich halte einen guten und engen Kontakt zu den Eltern, und bin auch außerhalb der Schulstunden erreichbar – wenn sie etwas auf dem Herzen haben.“ Eine SMS, um eine Fünf zu diskutieren, ist natürlich nicht angesagt, aber „wenn in der Familie etwas wichtiges passiert, dann ist es gut, wenn die Lehrer Bescheid wissen“. Die 38-Jährige hat selbst zwei Kinder – vier und sechs Jahre alt – und ist als Lehrerin an ihre alte Schule zurückgekehrt. „Das ist schon komisch, wenn man sein Abi- Geschenk im Augenwinkel sieht, wenn man in die eigene Klasse geht.“

Ob sie schon immer Lehrerin werden wollte? „Naja, bei der Berufsorientierung im BIZ hieß es, ich solle Gefängnis- Psychologin werden – aber ich bin sehr froh, Lehrerin geworden zu sein.“ Und sie fügt hinzu: „Mein Beruf ist sehr vielseitig, und weil ich verschiedene Fächer in verschiedenen Stufen unterrichte, ist mein Alltag immer abwechslungsreich – ich gehe einfach immer noch furchtbar gern zur Schule.“ 

Jeder Tag ist anders

Marie Buchholz, Lehrerin für Bio und Chemie an der Martin-Luther-Sekundar­schule, ist Seiteneinsteigerin. „Ich habe studiert, um in die Umweltbildung zu gehen, aber da ist es sehr schwierig, einen Job zu finden.“ Die Entscheidung, auf Pädagogik umzuschwenken, fiel der 28-Jährigen leicht. „Ich habe immer häufiger gedacht, hey, in der Schule kann ich auch ein wenig die Welt retten.“ Jungen Menschen das Wissen mit auf den Weg zu geben, achtsam mit der Menschheit und der Umwelt umzugehen, ist ihr wichtig. Vom ersten Tag an hat Marie Buchholz die Arbeit Spaß gemacht. „Ich liebe es, dass jeder Tag anders ist, ich mit so vielen Kindern zu tun habe.“ Und sie sagt ganz deutlich: „Es ist bereichernd, wenn man sieht, dass man junge Menschen bewegen und beeinflussen kann – ob in Evolution und Kulturlehre, in Genetik und Krebsforschung oder in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit.“

Ihre Kollegin am Gymnasium, Yvonne Jeschke, sagt: „Im Fach Religion habe ich eine große Verantwortung für die jungen Menschen, was Gerechtigkeitsempfinden, Verantwortung für sich und seine Umwelt und den Umgang mit Gewalt und Aggressivität angeht. In Englisch wiederum gebe ich den Schülern Neugier auf die Welt mit — und die Möglichkeit, diese Welt zu erforschen.“ Aber auch in Bio und Chemie gelte das. Verantwortung für viele junge Leben tragen beide Lehrerinnen und alle ihre Kollegen und Kolleginnen in allen Schulformen.

Und jeden Tag aufs Neue helfen sie, die Kinder und Jugendlichen zu formen, um durch sie die Welt ein bisschen besser zu gestalten. 

Text: Mareike Graepel • Fotos/Video: Markus Mucha • Montage: Jens Valtwies

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