Die Bürgerpreis Verleihung

Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

 Jedes Jahr ehrt die Stadt Herten Bürgerinnen und Bürger, die sich außerordentlich ehrenamtlich engagieren. Dieses Jahr sind die Preisträger: die Bürgergilde Disteln, Helmut Borkens, Brigitte Pfopfreis, Hans-Jürgen Wunderlich, die Eheleute Anne und Karl Ott sowie Günter Kracht. Die Auszeichnung wird in verschiedenen Kategorien verliehen. „Unsere Stadt wäre nur halb so schön, wenn es ihre Leistung nicht gäbe“, so Bürgermeister Fred Toplak, der den Preis übergeben hat.  

Brigitte Pfropfreis
Die diesjährige Preisträgerin in der Kategorie „Sport“ ist als Jugendliche zu „ihrem Verein“ TuS Westerholt/ Bertlich gekommen und blieb ihm bis heute treu. „Der sportliche Werdegang unserer Preisträgerin ist beispielhaft für die große Bedeutung von Vereinen in unserer Stadt. Sie bieten den Menschen eine Gemeinschaft, im besten Fall eine zweite Familie, ein Leben lang. Denn bei all den sportlichen Aktivitäten gehört für Frau Pfropfreis eine wesentliche Komponente mit dazu: die Geselligkeit“, so Bürgermeister Fred Toplak. Seit über 50 Jahren motiviert sie Menschen jeden Alters zum Sport, steht mit Rat und Tat zur Seite und steht als kompetente Ansprechpartnerin für alle, besonders aber auch für andere Übungsleiter und Übungsleiterinnen zur Verfügung. Seit Jahrzehnten gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an den Nachwuchs weiter und reißt heute andere Frauen über 50+ mit ihrer Leidenschaft für die Bewegung mit.

Helmut Borkens

Mit 94 Jahren ist Helmut Borkens der in diesem Jahr älteste Bürgerpreis-träger. Er lässt er es sich nicht nehmen, einmal wöchentlich Patientinnen und Patienten auf der Palliativ-Station des Gertrudis Hospitals in Herten-Westerholt zu besuchen. Dafür wird er in der Kategorie „Soziales“ ausgezeichnet. Er hat ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Patienten und versucht ihnen in schweren Zeiten mit Menschlichkeit und eben Humor beizustehen, in Zeiten, in denen es für die Patientinnen und Patienten keine Hoffnung auf Heilung mehr gibt. Es geht um reden und zuhören, sich einfach Zeit für andere zu nehmen und sich auf die anderen einzulassen. Um die Krankheit geht es selbst eher selten. Seine Lebenserfahrung und sein Humor sind dabei seine alltäglichen Werkzeuge. „Dieses ehrenamtliche Engagement von Herrn Borkens verdient unser aller Respekt. Es ist wichtig, dass wir in einer Zeit, in der es eigentlich immer nur darum geht, schneller, besser und effizienter zu sein, sich Zeit für unsere Mitmenschen zu nehmen“, so der Bürgermeister.


Eheleute Anne und Dr. Karl Ott

Die diesjährigen Preisträger in der Kategorie „Zivilcourage / Eintre-ten für Toleranz und Integration“ verstehen die Flüchtlinge in Herten und geben ihnen damit eine Heimat und nicht nur einen Wohnsitz. Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms im Jahre 2015 begannen die Eheleute Anne und Dr. Karl Ott, sich um Flüchtlinge, die in Herten ein neues Leben beginnen wollten, zu kümmern. Die Eheleute Ott haben erkannt, dass die Geflüchteten nicht nur ein Dach über dem Kopf und Schutz vor Verfolgung brauchen – so wichtig auch dies ist. Im Jahr 2017 initiierte Herr Dr. Ott ein Ehrenamtsnetzwerk, in dem sich Ehrenamtler über Neuigkeiten, Veranstaltungen und ähnliches. in diesem Bereich informieren und austauschen können. „Sie helfen von Mensch zu Mensch, auf Augenhöhe zu den Menschen und mit viel Verständnis für die persönlichen Einzelschicksale. Wenn man sich mit den Eheleuten Ott unterhalten, dann ist zu merken, dass sie wirklich Interesse an den Menschen haben. Sie können Fotos von „ihren“ Geflüchteten auf dem Handy zeigen und zu jedem Einzelnen eine Geschichte erzählen. Ihr Engagement, liebe Eheleute Ott, ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Integration“, so Fred Toplak in seiner Laudatio.

Bürgergilde Disteln-Backum
Der Bürgerpreis in der Kategorie „Kultur“ geht in diesem Jahr an einen Verein: die Bürgergilde Disteln-Backum die bereits seit dem Jahr 1860 zu unserer Stadt gehört. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Brauchtümer im Stadtteil zu pflegen und in diesem Sinne Veranstaltungen für die Menschen in „ihrem“ Stadtteil zu organisieren. Es gibt kaum jemanden in Disteln (und mittlerweile auch immer mehr Nicht-Distelner), der nicht mindestens eines der zahlreichen im Jahr durchgeführten Feste besucht hat. Die Bürgergilde wird heute aber nicht nur für ihren Einsatz im Stadtteil und für ihre Bedeutung für die Distelner und Distelnerinnen ausgezeichnet, sondern auch für den Mut, sich mit dem bestehenden Traditionsverein neu zu orientieren. Die Gildenbrüder und –schwestern haben sich von dem Schießsport verabschiedet und sich neu erfunden – ohne ihre Identität völlig aufzugeben. Und der Erfolg gibt Ihnen Recht. Mittlerweile zählt der Verein wieder 158 Mitglieder. Fast eine Verdopplung der Mitgliederzahlen als Bürgerschützenverein. „Die Bereitschaft, sich den Herausforderungen der heutigen Zeit zu stellen, nicht aufzugeben und etwas Neues geschaffen zu haben, verdient unseren Respekt und dient auch anderen Vereinen als Vorbild. Denn Vereine müssen in der heutigen Zeit umdenken und neue Wege der Mitgliedergewinnung gehen“, sagt Bürgermeister Fred Toplak.

Günter Kracht
Die Kunst ist ein wesentliches Thema des diesjährigen Preisträgers für das Lebenswerk, Günter Kracht. Von Hause aus ist er zwar nicht Künstler, sondern Lehrer, aber Kunst selbst zu machen oder die Schönheit von Kunst anderen nahe zu bringen, zieht sich durch sein ganzes bisheriges Leben. Zudem gehört er seit 18 Jahren zum festen Team der Zeitschrift „Schau rein“. Er initiierte zum Beispiel Kunstausstellungen von Schülerinnen und Schülern aus Herten und Arras. Außerdem entwickelte er „Reisen zur Kunst“ quer durch Europa, auf die er über 25 Jahre hinweg Hunderte Teilnehmende mitnahm. „Sie haben es über die Jahre hinweg geschafft, die Kunst immer wieder neu zu verankern, mit anderen Themen zu verweben und die Leute für ihre Themen zu begeistern: so wie den Anstoß für den Orangerie-Förderverein oder den Partnerschaftsverein Arras Freunde. Projekte, die heute noch Bestand haben und die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig beeinflussen. Und so schließt sich heute nur folgerichtig der Kreis: Ihnen den Bürgerpreis für ihr Lebenswerk zu verleihen“, so der Bürgermeister in der Festrede.

Hans Jürgen Wunderlich

Hans Jürgen Wunderlich hat inzwischen über 500 Nistkästen aufgestellt, in ganz Deutschland und Europa bis hin zur Hertener Partnerstadt Szczytno in Polen. Er hat den Bürgerpreis für „Umwelt/Umweltschutz“ verliehen bekommen. Er erreichte nicht nur Naturliebhaber und Naturliebhaberinnen, sondern er setzt diese verschiedenen Projekte mit Jugendlichen, Menschen mit Handicap und Senioren um. Damit kann er das Thema bei den teilnehmenden Personen verankern und somit die Menschen zum Umdenken animieren. „Er hat durch hohes persönliches Engagement den Naturschutz zu den Menschen gebracht und es geschafft, Menschen aller Altersstufen für seine Projekte zu gewinnen“, so Bürgermeister Fred Toplak.

 

"Ich wünsche mir, dass sie mit ihrem Engagement Vorbild sind. Für andere in unserer Stadt. Ohne ihre Leidenschaft wär unsere Gesellschaft eine andere“, ergänzt Bürgermeister Fred Toplak.

 

Text: Stadt Herten/ Sandrine Seth • Fotos: Markus Mucha