Bürgerpreis 2019

Am 27. und 28. Juli verleiht die Stadt Herten den Bürgerpreis 2019. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Verleihung unter Ausschluss des Rates der Stadt Herten und nur mit begrenzter Personenzahl stattfinden. Jedes Jahr ehrt die Stadt Herten Bürgerinnen und Bürger, die sich außerordentlich ehrenamtlich engagieren.
Dieses Jahr sind die Preisträger:

  • Kultur: der Chor „familiy and friends“
  • Soziales: die Anti-Rost-Initiative
  • Umwelt/Umweltschutz: „Herten putzt sich raus“
  • Zivilcourage, Eintreten für Toleranz und Integration und gegen Rechtsextremismus: Michael Broser, Christian Klima und Stefanie Wimmer
  • Sport: Johann Geiermann
  • Sonderpreis der Jury: Michael Polubinski für sein Lebenswerk

Bürgermeister Fred Toplak zeigte sich bei der Preisverleihung des Bürgerpreises stark beeindruckt von dem Herzblut der Menschen, mit dem sie sich für eine Sache einsetzen. „Unsere Preisträgerinnen und Preisträger machen unsere Stadt ein wenig wärmer, schöner und lebendiger. Dafür möchte ich mich bei Ihnen allen ganz herzlich bedanken“, begrüßte er alle Anwesenden bei den Festlichkeiten. Die Preise wurden am Montag und am Dienstagabend in insgesamt sechs Kategorien vergeben. Der diesjährige Preisträger in der Kategorie "Sport" ist Johann Geiermann. Er ist Ehrenmitglied bei der DJK Spielvereinigung Herten 1907 e.V. und hält "seinem" Verein seit 65 Jahren die Treue. Er spielte schon in den Jugendmannschaften und war Betreuer der zweiten und dritten Mannschaft. Selber spielte er bei den sogenannten "Alten Herren". Er hat sich über all die Jahre in zahlreichen Bereichen seines Vereins engagiert. Er war Jugendtrainer, Kassierer und seit 2009 Abteilungsleiter der Altherrenabteilung. Er war zudem Abteilungsleiter sowie Beisitzer im Gesamtvorstand. Johann Geiermann hat ein Archiv der DJK SpVgg Herten aus Bildern und Zeitungsausschnitten von 1907 bis heute aufgebaut. "Gerade in der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, Menschen für das Vereinsleben zu begeistern. Johann Geiermann ist ein Vorbild für andere, dass man eine Leidenschaft für etwas leben kann und andere Menschen dafür begeistern kann", dankt Fred Toplak dem Preisträger. Johann Geiermann engagiert sich aber nicht nur für seinen Verein – seit 2018 unterstützt er außerdem noch die Caritas mit Sachspenden für die Einschulung von Kindern und fördert ein Projekt in Afrika mit Fußballschuhen und Trikots.

Der Preis in der Kategorie Umwelt/Umweltschutz geht an viele Menschen zugleich: Der Preis richtet sich an all die Helferinnen und Helfer, die immer wieder beim jährlichen Putztag mitanpacken. Neben zahlreichen Privatleuten greifen auch viele Gruppen und Vereine immer wieder mit ihren Handschuhen und Müllzangen beherzt zu, um ihre Stadt von Müll und Dreck zu befreien. "Da es hier aber so viele Preisträgerinnen und Preisträger gibt, übergeben wir in diesem Fall den Preis nicht physisch", erklärt Bürgermeister Fred Toplak. "Vielmehr haben einige Personen und Gruppen, die sich schon seit Jahren regelmäßig an der Aktion "Herten putzt sich raus" teilnehmen, in einem kurzen Filmbeitrag ihre Motivation erklärt – quasi stellvertretend für die Stadtgesellschaft", so Toplak weiter.

Der Bürgerpreis in der Kategorie "Soziales" geht an die Initiative "Anti-Rost". "Die Redewendung "wer rastet, der rostet" passt in diesem Fall sehr gut zu den Preisträgerinnen und Preisträgern", erklärt der Bürgermeister die Entscheidung der Jury. "Die Anti-Rost-Initiative besteht aus Frauen und Männern, die sich bereits im Ruhestand befinden oder kurz davor sind. Die gewonnene Freizeit nutzen sie, um Seniorinnen und Senioren in den kleinen Dingend es Alltags zu unterstützen", so Toplak weiter. Unter dem Motto "Senioren helfen Senioren" bietet die Gruppe ehrenamtlich kleinere Haushaltsdienste an. Für Material und Anfahrt fällt eine kleine Aufwandsentschädigung von fünf Euro an. Die Gruppe der Gemeinde St. Martinus steht im Kontakt mit dem städtischen Seniorenbüro. Sie sind mit ihrem Wirken und Helfen aber keine Konkurrenz zum Repaircafé der Diakonie – im Gegenteil, auch hier unterstützt die Gruppe.

Der Bürgerpreis in der Kategorie Kultur geht in diesem Jahr an Chris Riedel mit dem Chor "Family and Friends". Seinen Ursprung hat der Chor eigentlich anlässlich eines Familiengeburtstages. Daraus entstand die Idee für den Chor. Sieben Jahre ist das mittlerweile her und der Chor ist zu einem sehr erfolgreichen Projekt geworden. Chris Riedels Leidenschaft ist die Musik. "Ganz unter dem Motto ‚Einsam sind wir Töne – gemeinsam sind wir ein Lied‘ leitet er den Chor trotz des enormen Zeitaufwands mit viel Engagement und Enthusiasmus", lobt Bürgermeister Fred Toplak den Einsatz. In der Zeit hat der Chor zahlreiche Benefizkonzerte gespielt und viel Gutes bewirkt und Menschen Mut gemacht. Zurzeit singen 73 Sängerinnen und Sänger zwischen 10 und 85 Jahren. Der Chor hat ein breites Repertoire – von Pop über Rock bis hin zu Schlager, Musical und Klassik. Die Einnahmen der Auftritte werden an gemeinnützige Einrichtungen und Vereine gespendet.

In der Kategorie Zivilcourage/ Eintreten für Toleranz und Integration bekommen gleich drei Personen den Bürgerpreis: Michael Broser, Christian Klima und Stefanie Wimmer. Die drei sind Mitarbeitende des Zentralen Betriebshofs und waren Zeugen, als es an einer Bushaltestelle zu einer unschönen Auseinandersetzung kam. Der Busfahrer wurde bedroht. Anstelle einfach zusehen, bewiesen die drei Zivilcourage und kamen dem Fahrer zur Hilfe und konnten Schlimmeres verhindern. "Hier wurde sofort gehandelt – ohne darüber nachzudenken, ob es vielleicht gefährlich ist oder man selber verletzt werden könnte", lobt Fred Toplak. "Dieses Eingreifen ist wirklich ein Vorbild für andere, denn wir alle könnten selber einmal in eine Situation geraten, in der wir Hilfe bräuchten", so Toplak weiter.

Viele der ehrenamtlichen Tätigen haben meist einen Bereich oder ein Projekt, auf den sie ihren Fokus legen. Ganz anders ist da Michael Polubinski. Er erhält den Sonderpreis der Jury für das "Lebenswerk". Durch seine Tätigkeit bei der Stadt Herten war er mit verschiedensten Projekten betraut. "Dort hat er, wie man so schön sagt, Blut geleckt und er hat sein Engagement weit über das Berufliche ausgeweitet", so Bürgermeister Fred Toplak. Michael Polubinski engagiert sich seit über 40 Jahren in ganz vielen unterschiedlichen Bereichen. So hat er zum Beispiel die verschiedensten Veranstaltungen ins Leben gerufen. Dazu zählen unter anderem die Hertener Rocknächte, das Folkfestival, der Lichterwald, der Nikolausmarkt und die Extraschicht. Außerdem hat er versucht den Blues in Herten zu halten. Polubinski unterstützt den Adventstreff in der Innenstadt und er hat den Verkehrsverein reaktiviert. Aktuell leitet er ihn als Vorsitzender. Dazu war er lange Zeit Vorsitzender des Vereins "Bürgertraber Herten".

Durch die Corona-bedingten Einschränkungen konnte die Verleihung des Preises nicht, wie in der Vergangenheit, in einem großen festlichen Rahmen begangen werden. Um dennoch die Preisträgerinnen und Preisträger zu würdigen fand die Verleihung des Bürgerpreises in diesem Jahr an zwei Abenden statt. So konnten die Preise in einem kleineren, aber dennoch würdevollen Rahmen verliehen werden.

Für die musikalische Unterstützung am ersten Abend sorgte Ludger Schmidt. Der Cellolehrer der Musikschule Herten bot mit seiner Interpretation verschiedener Stücke des Komponisten Johann Sebastian Bachs einen musikalischen Rahmen für den ersten Teil des Bürgerpreises. Am zweiten Abend sorgten Solistin Carlotta Mecking am Violoncello und Shadi Zendedel-Haghighi am Klavier für die passende musikalische Unterstützung. Sie rundeten das Abendprogramm mit Musik von Johann Sebastian Bach und Robert Schumann ab.

Hintergrund

Seit 2010 werden jährlich Preise für bürgerschaftliches Engagement verliehen. Die Vergabe des Bürgerpreises erfolgt in den Kategorien: Kultur, Soziales, Sport, Umwelt/Umweltschutz und Zivilcourage/Eintreten für Toleranz und Integration sowie gegen Rechtsextremismus. Eine Jury entscheidet über die Vergabe. Zur Jury zählen der Bürgermeister, die stellvertretenden Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen, sowie zwei Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Presse. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten als Auszeichnung eine Urkunde, eine Skulptur sowie ein Preisgeld von 500 Euro und sie tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Bewerbungen bzw. Vorschläge für den Bürgerpreis können immer bis Ende des laufenden Jahres an den Bürgermeister gerichtet werden.

Info

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