Ein paar Momente schenken Hertener Kindern eine Zukunft

Ein paar Momente schenken Hertener Kindern eine Zukunft

Inklusion im Stadtteil Herten-Süd etablieren, Menschen unabhängig von Religion, Alter, Herkunft oder sozialem Status zusammenbringen – das war das Ziel des Pilotprojekts. Ein großes Ziel, das schon der Titel „Herten Süd: Beleben. Besuchen. Dabei sein.“ deutlich macht. Angestoßen wurde es durch insgesamt vier offene Workshops, gefördert durch die „Aktion Mensch“. Initiiert hatten das Projekt der AWO-Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen, die ­Süder-Grundschule, das Prosoz Institut und der RDN-Verlag. Jeder Workshop galt einem für den Stadtteil bedeutenden Thema: Freizeit und Wohnen, Bildung, Mobilität und Kommunikation sowie Arbeit.

„Mit dem Projekt möchten wir Vorurteile abbauen, das Miteinander fördern, Diskriminierung vermeiden – aber auch ganz konkrete Barrieren aufspüren und abbauen“, sagte Melanie Queck, stellvertretende Geschäftsführerin des AWO-Unterbezirks Münsterland-Recklinghausen, zu Beginn des Projekts.

Probleme aus Süd in Workshops diskutiert

„Wir begannen jeden Workshop mit einem Impulsreferat, um in das Thema einzuführen“, sagt Stephanie Galla, Leiterin der OGS der Süder- Grundschule und Projektkoordinatorin. In einem Word-Café wurden Fragen und Probleme der Hertener Bürger aus Süd diskutiert und gelöst, die Ergebnisse für alle Teilnehmer des Workshops präsentiert und am Ende des Projekts klare Leitlinien erarbeitet werden. Nach vier Workshops im Frühling und Sommer steht nun fest: Die bisherige Methode hat nicht so funktioniert wie erhofft.

Für Stephanie Galla ist es vor allem die Hemmschwelle genau der Menschen, um die es bei dem Projekt geht, der Grund dafür, dass die Workshops nicht so besucht wurden wie erhofft. „Gerade in anderen Kulturen wird zum Beispiel mit einer Behinderung ganz anders umgegangen“, weiß sie. Eine große Erkenntnis aus dem Pilotprojekt ist für sie deshalb: „Wir müssen weg von dieser ‚Bringstruktur‘, müssen selbst rausgehen, direkt zu den Menschen, sie in ihrer gewohnten Umgebung ansprechen – auf derselben Ebene, nicht belehrend.“

 

 

Ein neues Ziel, das nun in Angriff genommen wird. Denn das Projekt soll auf jeden Fall auch in Zukunft fortgeführt werden. Erste Ideen hat Stephanie Galla schon. Bei Straßenfesten könnten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ganz unverbindlich zusammenkommen, über ihre Themen und Probleme sprechen, gemeinsam essen und spielen. Auch der Spielkäfer, ein Spielmobil, das jeden Dienstag in Herten-Süd anhält, könnte Anlass für ein solches Treffen sein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Den Stadtteil so zu vernetzen, dass alle Ressourcen und Wissen, das weiterbringt, genutzt und vor allem zentral gebündelt werden. Ziel müsse in Zukunft vor allem sein, zu klären, was die Menschen brauchen. „Ein solches Projekt ist wichtig, damit Kinder in unserem Stadtteil eine Chance und mehr Perspektive bekommen“, ist Stephanie Galla überzeugt.

 

Text: Lisa Mathofer, Foto: Markus Mucha