Jede Menge Kohle

Das Contracting-Programm der Hertener Stadtwerke

Rechts hinten in der Kellerecke liegt der letzte Rest. Schwarz funkelnd liegen die kleinen Kohle­stücke durcheinander. Bernd Gerth schaufelt sie zu einem Haufen zusammen. Direkt daneben liegt der alte Kohleofen auf dem Boden, ein Heizungsinstallateur sägt die alten Heizungsrohre, die noch aus der Wand schauen, auseinander. 35 Jahre lang hat Bernd Gerth als Bergmann in den Zechen des Ruhrgebiets gearbeitet, sieben Tonnen Kohle im Jahr zum Heizen seines Hauses bekommen. „Ewald, Schlägel und Eisen, Hugo, Leopold, Westerholt“, zählt er auf. „Ich bin rumgekommen, hab’ sieben Zechen zugemacht.“ Mit dem endgültigen Ende des deutschen Steinkohlebergbaus Ende 2018 war ihm klar: „Jetzt gibt es kein Deputat mehr, also müssen wir uns umstellen“. Um in Zukunft vor allem umweltfreundlicher zu heizen, hat er sich dann von den Hertener Stadtwerken beraten lassen, sich schließlich für das Contracting-Programm „hertenwärme+“ entschieden.

Kundenfreundlicher Service
„Bei diesem Angebot sucht sich der Kunde eine Heizungsanlage und einen Installateur aus, von dem er ein Angebot für den Einbau einholt“, erklärt Michael Lobert, Energieberater der Hertener Stadtwerke. „Wir übernehmen bei Familie Gerth die Finanzierungskosten für den Gasanschluss und die Gas-Brennwerttechnik.“ Ein Angebot, das Bernd Gerth finanziell gut passt: „Man hat ja nicht mal eben 12.000 Euro auf der hohen Kante liegen. Alles auf einmal können wir nicht bezahlen. „Außerdem beinhaltet unser Paket auch die Wartung, 24 Stunden ist dann eine Hotline erreichbar“, ergänzt Lobert. Für die gesamte Vertragslaufzeit sorgen die Hertener Stadtwerke für den sicheren Betrieb der Anlage, inklusive der jährlichen Wartung. In der Regel sind das 15 Jahre, die Mindestvertragslaufzeit liegt bei fünf Jahren. Ab dem sechsten Jahr kann der Vertrag jährlich gekündigt werden. Falls etwas defekt sein sollte, wird es repariert oder ersetzt. Ein Konzept, das auch Bernd Gerth schließlich überzeugt hat: „Das ist ja praktisch wie ein Leasingvertrag. Wenn mal was ist, rufe ich die Stadtwerke an, dann kommt sofort einer raus.“

Kohleofen ins Museum
Seit 35 Jahren wohnt der 58- Jährige in dem Haus mit den roten Backsteinen auf der Feldstraße, gebaut wurde es um 1900. Als Gerth mit seiner Familie in das Haus zog, standen die Kohleöfen noch direkt im Wohn- und Badezimmer. Die wurden ausgetauscht gegen moderne, flache Heizkörper, der Kohleofen verschwand im Keller. Und auch der muss jetzt weichen. Innerhalb von zwei Tagen wird der alte Ofen durch die neue Gastherme ausgetauscht. „Gas war für uns das einfachste“, erzählt Bernd Gerth. Denn der nächste Gasanschluss liegt nur wenige Meter von seinem Haus entfernt, die Verbindung bis in den Keller musste noch gelegt werden. Entschieden hat sich Bernd Gerth auch für einen lokalen Installateur direkt gegenüber. „Ich kenne die ganze Familie gut. Wenn mal was ist, kann ich eben anklingeln“, sagt er. Am Nachmittag ist der große schwarze Kohleofen im Keller verschwunden. An seinem alten Platz hängt nun eine strahlend weiße, kleine Gastherme. Die funkelnden Kohlestücke liegen noch auf ihrem Haufen. „Die schenke ich einem Freund, der noch bis Ende des Jahres mit Kohle heizt, bis er auch umbaut“, sagt Gerth. Zwei Kohlestücke behält er trotzdem, sie liegen schon sicher in seiner Werkstatt – als Erinnerung an eine Bergbau-Ära, die sein Leben in Herten ganz besonders geprägt hat.

Text: Lisa Mathofer • Fotos: Christian Kuck

Info

Hertener Stadtwerke GmbH
Michael Lobert, Energieberater
Tel. 02366 307-266
www.hertener-stadtwerke.de