Die AG der Zukunft

Gymnasium goes Biogas

Wer sich in den Chemie- und Physikräumen während der Schulzeit nicht zu Hause gefühlt hat, wird die Begeisterung der jungen Leute umso mehr bewundern. Zusammen mit Lehrerin Rebecca Keenan und Lehrer Sascha Maurus haben sie sich an ein Projekt gemacht, das Schule machen könnte: Sie bauen an einer Biogas-Anlage. Bei einem Windkraft-Wettbewerb hat das durch Solar- und Windenergie betriebene Gewächshaus des Gymnasiums bereits Preise eingeheimst – jetzt soll die Energieversorgung noch professioneller werden.

„Wir haben uns an die Grundlagenforschung gemacht und uns gefragt: Wie funktioniert denn so eine Biogas-Anlage?“ erklärt Marlon Gerlach. Aufgeteilt in Teams arbeiten sie an der Biogas- Produktion, der Produktion von Holzgas – das durch die sauerstoffarme Verbrennung entstehende Methan kann zur weiteren Verbrennung genutzt werden – und an der Verstromung des Gases. Zusammen mit Tom Troska, Max Spitzer, Jonas Kapitan, Jason Hartig, Sebastian Kromat und Mara Sedlmayr hat Marlon Gerlach zuerst eine Modell- Biogas-Anlage gebaut und den Probebetrieb dokumentiert und analysiert. Der Klimapreis der Stadt Herten und der Hertener Stadtwerke hat dabei sehr geholfen. „Die finanzielle Unterstützung und die Hilfe der Firma BlueSens waren sehr wichtig“, so Sebastian Kromat. „Ein Gas-Chromatograph wie wir ihn benutzen, um die Gasbestandteile zu analysieren und dadurch die optimale Zusammensetzung, Temperatur und Subtanzen festzustellen, ist sehr teuer.“ 

Explosiver Kuhdung

Um möglichst effektiv und umweltfreundlich Energie zu gewinnen, ist es wichtig, die richtige Mischung zur Biogas-Produktion zu haben. „Wir könnten auch Oma’s Kompost nehmen, aber besser ist es, wenn man genau weiß, was ‚drin steckt‘.“ Zuckerrüben, Gras-Silage und Co. seien gute Quellen. Auch Kuh-Dung eignet sich – auch um zu lernen, worauf es bei der Forschung zu achten gilt. „Einmal mussten wir viel putzen, weil wir das Glas nicht richtig festgemacht hatten und der Kuhfladen praktisch explodiert ist…“ lacht Kromat.

Jetzt haben die jungen Forscher die nächste Etappe im Blick: Sie nehmen mit ihrer Anlage am Regionalwettbewerb von Jugend forscht teil. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Hertener Klimapreis einen Beitrag zur Umsetzung dieses Projektes leisten können“, betont Dr. Babette Nieder, Geschäftsführerin der Hertener Beteiligungsgesellschaft. „Es ist schön zu sehen, wie sehr sich die Jugendlichen für Naturwissenschaften und ihre Anwendungsmöglichkeiten für den Klimaschutz interessieren“, ergänzt Detlef Großjohann, selbst Ingenieur und Bereichsleiter bei den Hertener Stadtwerken.

Text: Mareike Graepel • Fotos: Markus Mucha

Info

Hertener Klimapreis

Stadt Herten
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