Neuland digital betreten: Klasse, Tablets!

In der 6.1. der Rosa-Parks-Schule ist der Unterricht smart

„So? Soll das so aussehen?“ Die Schülerinnen und Schüler beugen sich fragend über die leuchtenden Displays „ihrer“ Tablets. Die Aufgabe: „Erstellt ein Word-Dokument mit dem Namen ‚Versuchsprotokoll_leer.docx‘.

Gar nicht so einfach.

Die Klasse 6.1. ist die Gewinner-Klasse des Wettbewerbs „Digitales Lernen“ und hat von den Hertener Stadtwerken, der Sparkasse Vest Recklinghausen und dem RDN-Verlag einen Klassensatz Tablets erhalten. Jetzt geht es an den Einsatz der „smarten“ Geräte. Nur anschalten und lossurfen ist aber nicht angesagt. Und zocken natürlich auch nicht. Eingesetzt werden sollen die Tablets fächer-übergreifend, sogar im Sport-Unterricht. Gewichtheben mit Elektrogeräten?

Andreas Moch, Lehrer für Chemie und Sport, erklärt: „Wir wollen damit Bewegungsanalyse durch Videoaufnahmen machen, um den Jugendlichen zu ermöglichen, zum Beispiel bei einem Handstand die eigenen Fehler zu erkennen.“ Auch in Fächern wie Gesellschaftslehre sollen die Kinder die Recherche über die Römer digital machen, in Mathe spezielle Apps dazu nutzen, um Übungen zu machen. Dabei ist die direkte Rückmeldung, ob eine Aufgabe richtig oder falsch gelöst wurde, toll — so schnell kann kein Mensch alle Übungen nachschauen. Lehrerin Birsen Celebi fügt hinzu: „Im Deutsch-Unterricht werden wir das Antolin-Angebot (web-basiertes Programm zur Leseförderung, Anm. d. Red.) nutzen, um direkt die Lese-Erfolge der Kinder am Tablet einordnen zu können.“  

Technisch nicht ganz unkompliziert

Heute geht es aber um Naturwissenschaften — Unterricht, der Biologie, Chemie und Physik vereint. Schüler Fernandez Leao, 12, (Bild links) erklärt: „Wir haben einen Versuch gemacht, um herauszufinden, ob Eier und Äpfel Fett enthalten.“ Dazu haben die Schülerinnen und Schüler Apfelstücke und gekochte Eier durch Kaffeefilter gerieben und den Versuch mit Fotos, die sie mit den Tablets gemacht haben, dokumentiert. Lehrer Moch: „Um loslegen zu können, mussten wir mit den Schülern natürlich erstmal die Grundfunktionen der Geräte durchgehen.“ Einige der Jugendlichen finden sich aus privater Erfahrung schneller zurecht, helfen denen, die digital noch „fitter“ werden müssen.

Dokumente als Vorlage zu erstellen, um später das ‚Versuchs­protokoll_leer.docx‘ auch für andere Experimente verwenden zu können, ist was anderes, als auf Youtube Videos anzuschauen. Auch die Lehrerinnen und Lehrer stehen bei jedem Einsatz der Tablets vor neuen Aufgaben. Andreas Moch: „Wir setzen die Tablets seit einigen Unterrichtsstunden erst richtig ein, weil die Vorbereitung ein wenig gedauert hat.“ Digital zu unterrichten bedeutet nämlich auch analoge Planung: Wo lagert die Klasse die Geräte? (In einem gesicherten Schrank.) Wo und wann werden die Geräte aufgeladen? (In einem extra-umgebauten Schrank mit zahlreichen Mehrfachsteckern.) Wie erkennen die Jungen und Mädchen „ihre“ Geräte? (An den Namenstickern auf der Rückseite — die auch dafür sorgen, dass alle den pfleglichen Umgang mit den Tablets lernen.) Und vor allem: Wie kommen wir ins Netz? Birsen Celebi: „Das Alles ist für uns Neuland, und wir finden es sehr spannend, den Umgang mit digitalen Lernmitteln und Medien zu erforschen.“ Auch, wenn die Internet-Fähigkeit technisch nicht ganz unkompliziert ist.

Text: Mareike Graepel • Fotos: Markus Mucha

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