Serie Bürgermeisterwahl "Keine verschlossenen Türen"

Bürgermeisterkandidat Fred Toplak im Porträt

Sein Konterfei ist in Herten seit Wochen präsent: Von Plakaten an zahllosen Straßenlaternen lächelt es die Wählerinnen und Wähler an. Als parteiloser Bürgermeisterkandidat stellt er sich zum ersten Mal dem politischen Wahlkampf. In Sachen Unternehmensführung hat er als Firmenchef langjährige Erfahrung, in Sachen Durchhaltevermögen ebenfalls: Der 57-Jährige ist Extremläufer. 

Fred Toplak betritt den Raum in Funktionsjacke, kurzen Hosen und Sportsandalen. Der passionierte Läufer ist auch abseits der Rennstrecke am liebsten in Sportkleidung unterwegs. "Für den Wahlkampf habe ich mir aber Anzüge zugelegt", verrät er, "ich weiß, was sich gehört."

Bis 1994 ein Ein-Mann-Betrieb

Dass er seine Kampagne früher als viele seiner Konkurrentinnen und Konkurrenten und mit großer Präsenz gestartet hat, ist kein Zufall: "Ich möchte ja zeigen, dass ich mein Handwerk beherrsche", sagt Fred Toplak. Der Sprössling einer Bergarbeiterfamilie ist gelernter Werbetechniker, genauer gesagt Schilder- und Lichtreklameherstellermeister. Nach drei Jahren Ausbildung und fünf Jahren Anstellung in leitender Position in der Gelsenkirchener Firma Klostermann hat er sich 1985 selbstständig gemacht. "Bis 1994 war ich ein Ein-Mann-Betrieb", erzählt er. Inzwischen hat er fünfzehn Angestellte.

Seine Frau Barbara, ebenfalls Werbetechnikerin, hat im Unternehmen die technische Betriebsführung inne. Fred Toplak selbst übernimmt den kaufmännischen Part. Kennengelernt haben sich die beiden während ihrer gemeinsamen Zeit in der Firma Klostermann, heute leben sie mit ihren Kindern Amelie und Luke sowie Hündin Perth in Transvaal.

Vorzüge kommunizieren

Um sich auf die Kandidatur vorzubereiten, hat Fred Toplak zahlreiche Ratssitzungen besucht, den Haushaltsplan und andere Dokumente gelesen, "und mit vielen, vielen Menschen gesprochen." Er sieht "den Bürgerwunsch nicht mehr vertreten."

Trotzdem: "In Herten läuft schon vieles richtig", meint Fred Toplak: "Vom kulturellen Zusammenleben her ist Herten eine tolle, lebenswerte Stadt. Diese Vorzüge möchte ich gerne aktiv kommunizieren" - vor allem gegenüber Unternehmen, die sich in Herten ansiedeln könnten: "Soziale Teilhabe kann eine Stadt nur leisten, wenn sie wirtschaftlich stark ist."

"Guck-Betriebe" in der Innenstadt

Die Wirtschaft stärken will er auch, indem er Kaufkraft von außen nach Herten holt - etwa mit einem Outlet-Center. Und mit "Guck-Betrieben" in der Fußgängerzone: Fred Toplak wünscht sich alte Handwerke wie einen Sattler in den Leerständen der Innenstadt, die in Kooperation mit der Handwerkskammer auch ausbilden könnten. Für ihn böte das Potenzial für Tagestourismus - davon würden aus seiner Sicht auch die Kaufleute profitieren.    

Die Kaufkraft, die Herten hat, will Fred Toplak erhalten, ein weiteres Schrumpfen der Stadt verhindern. Nicht nur junge Menschen, sondern auch Senioren würden wegziehen, wenn sie ihre Stadt nicht mögen, davon ist er fest überzeugt. "Die zukünftigen Senioren ticken völlig anders als jene vor zwanzig Jahren", sagt der 57-Jährige. Sie seien körperbewusster und kulturell interessiert, "und auf jeden Fall noch aktiv."  Auch für diese Generation will er bezahlbaren Wohnraum erhalten und alternative Wohnformen schaffen, etwa in Form von Senioren-WGs oder Generationenhäusern. "Das funktioniert nur mit städtischer Unterstützung."

"Moderieren und motivieren"

Was er als erstes machen würde, wenn er gewählt würde? "Die Tür zum Bürgermeisterbüro ausbauen", sagt Fred Toplak. "Ich will nicht der hinter der verschlossenen Tür sein." Stattdessen will er die Probleme lösen, indem er alle Parteien an einen Tisch holt - gerade, weil er parteilos ist. Seine Aufgabe sieht er im "Moderieren und Motivieren", aber auch im Ausprobieren: Nur so könne man erfahren, ob etwas funktioniert.

"Du musst eben loslaufen", sagt Fred Toplak. Das tut er in letzter Zeit nicht mehr so häufig wie in den vergangenen drei Jahren. "Für den Wahlkampf habe ich mir Freiräume geschaffen, auch in meiner Firma." Stattdessen prescht er mit seiner Kampagne nach vorn. Als Bannertier hat er den Hirsch ausgesucht. "Das ist mein roter Faden." Weil das Geweih im Stadtwappen ist? Oder doch eher wegen der Platzhirsch-Assoziation? - "Diesen Interpretationsspielraum möchte ich den Betrachtern gerne lassen."

Verwandte Themen:
Info und Kontakt

Fred Toplak

Feldstraße 449
45701 Herten

www.fredtoplak.de