Der Algorithmus, bei dem jeder mit muss

Zu Besuch in der 3/4a der Achtenbeckschule

In dem Wettbewerb, in dem RDN-Verlag, Sparkasse Vest Recklinghausen und die Hertener Stadtwerke im letzten Winter Schülerinnen und Schüler mit Tablets ausgestattet haben, war nicht nur die damalige 6.1 der Rosa- Parks-Gesamtschule begeistert von dem Experiment, sondern auch die 3/4a der Achtenbeckschule. „Der Gewinn der Tablets hat viel bewegt, bei uns in der ganzen Schule“, sagt Klassenlehrer Daniel Göers. „Das war wie eine Initialzündung, das Thema Digitalisierung im Ganzen anzugehen.“ Die Jungs in der Klasse warten heute gespannt auf die Ansage ihres Lehrers. Aber bevor sie ihre Tablets holen dürfen, fragt Göers: „Was sind denn die Tablet-Regeln?“ Alle wissen Bescheid: Man darf nur am Tablet arbeiten, wenn man den Tisch frei geräumt hat, mit dem Gerät ordentlich umgeht, nicht drängelt und sich nicht ablenken lässt. Fynn darf die Tablets verteilen, alle sind vorsichtig und aufmerksam.

Als alle ein Tablet vor sich liegen haben, erzählt der Lehrer: „Auch wir mussten uns erstmal auf die Materie einstellen – welche Apps sind gut, wofür benötigt man Internet, was können die Kinder gut daran machen, was ist noch zu komplex.“ Die Ausstattung einer Klasse mit Tablets sorgt natürlich für eine Sonderstellung in der Schule. „Aber wir haben in den Fachkonferenzen über den inhaltlichen Umgang gesprochen und auch Ideen entwickelt, wie die gesamte Schule sich auf die Digitalisierung einstellen kann.“ Es wurde intensiv am Medienkonzept gefeilt und die weitere Ausstattung der Schule mit Geräten angegangen – ein wichtiger Schritt für Leserschaft und Schülerinnen und Schüler.

In der 3/4a zeigen die Jungs gerade, wie sie mit Apps wie „Scratch“ oder dem „ABC der Tiere“ klarkommen. Göers: „Leichtes Programmieren und das Kennenlernen von Algorithmen, das ist ein super Schritt in die richtige Richtung, das werden die Kinder immer mal wieder brauchen im Leben.“ Die Motivation bei den Kindern ist hoch – sogar, wenn mal der Frustlevel hoch ist: Die Tablets werden immer gut behandelt. Göers: „Das ist für unsere Schüler schon etwas besonderes, das kann man nicht anders sagen.“

Und auch pädagogisch gesehen ist das Arbeiten an den Tablets hilfreich. „Die Kinder schreiben bei mir in der Klasse nicht weniger mit der Hand deswegen, aber ich habe die Möglichkeit, mich viel intensiver und individueller um die Entwicklung jedes Einzelnen zu kümmern, weil die Geräte viel flexibler verschiedene Level anbieten können als dass – vereinfacht gesagt – Bücher je könnten.“ Und was machen die Kinder am liebsten, sagt mal!?! „Leseübungen! Mathe!“ Und natürlich auch: „Spielen!“

 

Text: Mareike Graepel • Fotos: Markus Mucha