Serie Bürgermeisterwahl Das Machbare möglich machen

CDU-Kandidatin Silvia Godde im Porträt

Sie gewinnt. Mit jedem persönlichen Kontakt, mit einem sympathischem Auftritt, mit der Glaubwürdigkeit, für ihre Aussagen einzustehen. Silvia Godde weiß um ihre Stärken im Umgang mit Menschen – und deshalb verzichtet sie in ihrem Wahlkampf weitgehend auf Social Media und  Onlinemarketing. Stattdessen sucht die CDU-Kandidatin für das Bürgermeisteramt das persönliche Gespräch. Vor Ort, per Telefon. „Ich möchte immer ansprechbar für die Bürgerinnen und Bürger sein“, sagt Silvia Godde.  

„Ich war immer schon ein sehr offener Mensch“, sagt sie mit einem Lachen. Diese Gabe erkannte ihr erster Chef, der Silvia Godde direkt nach der Realschule einen Ausbildungsplatz bei der Volksbank in Herten anbot. Es war der Start in den Wunschberuf als Bankerin, den sie fast 30 Jahre mit viel Freude ausübt. Schon früh als Kundenberaterin, in verschiedenen Filialen in Herten, Recklinghausen-Hochlarmark und heute in Westerholt.

Der Impuls, in die Politik zu gehen, kam nicht aus dem Elternhaus, sondern aus ganz lebenspraktischer Erfahrung: Als junge Mutter ärgerte sich Silvia Godde über die vielen Raser auf dem Weg zur Kita – und entschied: „Dagegen muss ich etwas tun.“ Sie wurde 2004 Mitglied der CDU, engagierte sich, kam 2009 in den Rat. 2014 trat sie als Alternative zum Amtsinhaber Uli Paetzel bei der Kommunalwahl an – und zögerte auch bei der aktuellen Bürgermeisterwahl nicht, erneut für die CDU zu kandidieren. Im Rat sieht sie sich als Anwältin der Bürger. Und diesen Auftrag versteht sie in erster Linie finanzpolitisch: „Wir machen nicht weiter wie bisher und belasten immer stärker die Bürger.“

Effizienter arbeiten im „Konzern Herten“

Dass das nicht einfach ist, weiß die Bankerin. Dennoch gebe es Chancen über die natürliche Fluktuation von Personal in der Stadtverwaltung: „Wenn jetzt mehrere Fachbereichsleitungen in Rente gehen, haben wir die Möglichkeit, mehr Effizienz zu schaffen. Dafür müssen allerdings Verwaltungsstrukturen geändert werden.“ Noch viel Potenzial sieht Silvia Godde darin, im „Konzern Herten“ gleiche Funktionen zusammenzulegen und so Synergien zu nutzen. Wobei mehr Effizienz nicht zu weniger Service führen dürfe. „Diesen Wandel möchte ich gestalten – und da gibt es mit Sicherheit auch gute Ideen der Mitarbeiter, die ich einbeziehen möchte.“

Zechenbrachen schneller entwickeln

Schwerpunkte ihrer Politik legt sie auf Sicherheit, Ordnung und Arbeitsplätze. „Die Wirtschaftsförderung muss neu aufgestellt werden – damit wir in ständigem Kontakt mit Unternehmen sind. Also: Agieren statt reagieren. Und Kontakte pflegen, denn es geht nicht nur um Neuansiedlungen, sondern auch darum, alle Unternehmen bei uns zu halten.“ Die Revitalisierung der Zechenbrachen hält sie für grundsätzlich richtig. Aber kritisch bewertet Silvia Godde das zögerliche Vorgehen auf Zeche Westerholt. „In Westerholt blockieren wir uns selbst, wenn wir die Bestandsgebäude erhalten. Das Gelände muss schneller entwickelt werden – denn wir brauchen dringend neue Arbeits- und Ausbildungsplätze.“

Familien nicht weiter belasten

Ebenso wichtig ist Silvia Godde die Attraktivität als Wohnstadt Herten: „Wir liegen strategisch gut zwischen den Arbeitsplätzen des Ruhrgebietes. Das ist ein Pfund“, sagt die Christdemokratin. Deshalb setzte sie sich für Anbindung an die S-Bahn ein. Aber zum kommunalen Profil gehöre auch die Verlässlichkeit: „Wir sind als Wohnstadt nicht attraktiv, wenn wir unsere Bürger immer wieder mit höheren Grundsteuern belasten. Wir haben wunderschöne Neubaugebiete – aber wenn wir junge Familien ansiedeln wollen, dann müssen wir ihnen Sicherheit geben.“

Innenstadt: Keine Entwicklung ohne Konzept

Beim Thema Innenstadt „offenbart sich das Problem der absoluten SPD-Mehrheit“ besonders deutlich, sagt die CDU-Politikerin: „Warum hat man das Filetstück Woolworth verkauft? Warum hat man nicht abgewartet, bis eine Entscheidung über das Herten Forum getroffen ist?“ Anstelle der Waldritter hätte man zum Beispiel das Jobcenter als Ankermieter auf der Ewaldstraße ansiedeln können, kritisiert Silvia Godde. Weitere Belebung könnten mehr Parkplätze an der Vitusstraße bringen. Oder auch eine Verlegung des Marktes zur Ewaldstraße: „Die Idee stammt derzeit von den Grünen – und sie ist einfach gut, die CDU hat dies bereits im Wahlkampf 2004 gefordert.“

Beim Herten Forum selbst bemängelt sie eine zu lange Fokussierung auf den einen Investor: „Es hätte durchaus Alternativen gegeben, wenn man ernsthaft nach einem Investor für ein Gesundheitszentrum gesucht hätte“, so Silvia Godde. Generell konzentriere sich die SPD-Mehrheit viel zu stark auf Projekte, für die es Fördermittel gebe. „Das klassische Beispiel ist die Pflasterung der Innenstadt - das hätten wir uns nicht leisten sollen, bevor ein Gesamtkonzept für die Innenstadt steht. So bleibt es Stückwerk“, sagt sie.

Auch im Bereich Soziales sieht die Westerholterin große Herausforderungen, damit Kinder und Jugendliche mit Defiziten besser auf das Berufsleben vorbereitet werden: „Dafür müssen wir die Eltern mit ins Boot nehmen – sie haben die Vorbildfunktion. Sonst wird es nicht funktionieren“, glaubt Silvia Godde. Um die Eltern zu erreichen, könnten die Bezirkssozialarbeiter zum Beispiel intensiver in Schulen und Kindergärten tätig werden.

Die eigenen Grenzen erkennen

Dass die CDU sich im Rat gegen den Ausbau des Förderprojektes „Quadratkilometer Bildung“ stemmt, hält Silvia Godde trotzdem für richtig: „Wir müssen unsere Möglichkeiten und Grenzen erkennen – und uns immer wieder fragen: Was können wir uns überhaupt leisten?“ Das gelte genauso für den kulturellen Bereich: „Natürlich schätze ich unsere Bibliothek – aber ich frage auch kritisch: Müssen wir unbedingt einen Spitzenplatz anstreben?“

„Mehr Politik mit Realismus“ - das ist die Linie, mit der Silvia Godde Herten als Bürgermeisterin leiten will. „Wünsche haben wir alle. Aber wir dürfen nicht nur träumen, sondern müssen uns auf das Machbare besinnen“, sagt die Kandidatin der CDU.

Text: Stefan Prott

Foto: Jonas Alder

Info und Kontakt

Silvia Godde

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