Kleine Tablets, große Klasse

Acht Schulklassen haben sich für das Pilotprojekt „Digitales Lernen“ auf einen Klassensatz Tablet-PCs beworben. Nun stehen die Gewinner fest: Gewonnen haben die Klasse 6.1 der Rosa-Parks-Schule und die E3a der Achtenbeckschule. Beide Klassen werden mit modernen Geräten ausgestattet.

Frau Luna – Eine spektakuläre Mondrevue

Eine Revue-Operette mit einer Mischung aus Witz, schwungvollen Märschen und gefühlvollen Walzern – die erwartet alle Musikbegeisterte im Rahmen der Kulturfahrt zur Operette „Frau Luna“ im Opernhaus Dortmund.

Der Hahn im Korb

Frank Drewa ist Leiter der Kita Clemensstraße – und als männlicher Erzieher eine Rarität in Herten
Hertener Gespräche

„Der wahre Schimanski“ im Kreuzverhör

Er kritisierte, die Polizei sei systematisch heruntergewirtschaftet worden und berichtete über seine Ermittlungen zu den Mafia-Morden in Duisburg: Kriminalhauptkommissar Heinz Sprenger war zu Gast bei den 30. Hertener Gesprächen.

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Shoppen bis in die Nacht bei lauschigem Licht und launiger Kultur: HERTEN ERLEBEN war dabei.
Tipp des Monats

Sparsam durch die Heizsaison

Im Herbst werden die Tage kühler, und vor allem in den Morgen- und Abendstunden wird jetzt schon vielerorts die Heizung angestellt. Um bei angenehmer Wärme unangenehme Folgen auf der Energierechnung zu vermeiden, helfen einige einfache Tricks.

Klasse Klischees

Vorurteile in der Schule: Wer kann besser Mathe?

Jungs gegen Mädchen! Mädchen gegen Jungs!" Wer Kinder im Bibi-und-Tina-Alter hat, dem verpassen diese Worte direkt einen Ohrwurm für den Rest des Tages. Die Vorurteile über die schulischen Fähigkeiten der beiden Geschlechter kennen alle – auch die Kinder. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, dass Mädchen oftmals die Vorstellung, Mathe sei nicht so „ihr" Fach, ganz automatisch übernehmen, während sich Jungs aufgrund genau dieser Annahme oft überschätzen. Das muss halt so. Oder?

Es ist ein ganz normaler Donnerstag­morgen, 8.17 Uhr, in der Grundschule Herten-Mitte. Draußen herrscht graues Herbstwetter an einem Tag, der sich noch nicht entscheiden kann, ob er richtig hell werden will. Drinnen sind 20 Kinder aber bereits hellwach. Ganz vorne knien sie, 13 Mädchen und sieben Jungs, direkt vor der Tafel und die meisten ihrer Arme schnellen hoch, als Virginia Kracht, die Klassenlehrerin der 2d – hier besser bekannt als „Giraffenklasse"–, fragt: „Was ist das denn hier?" Es ist ein Zahlenstrahl. An dem sollen die Kinder erst einfache Zahlen wie Zehner und Fünfer finden, dann die 43. Juksen steht auf, er zeigt nach kurzem Zögern auf die richtige Stelle. Luisa ist als nächstes dran, sie findet die 25 etwas fixer, gefolgt von Fumilayo, die sehr zielstrebig auf die 90 deutet. Noch sind die Kinder klein, aber bis zur fünften Klasse kann sich die Selbsteinschätzung festigen, den Vorurteilen entsprechend. 

„Ich kann tatsächlich nicht sagen, dass die Talente sich in meiner Klasse klar unter den Geschlechtern aufteilen lassen", so Virginia Kracht. „Jungs wie Mädchen können gut Kopfrechnen und auch malen." Aber, die Studie hat dennoch nicht Unrecht: „Von sich aus sind es eher nicht die Jungs, die freiwillig loszeichnen oder basteln, die spielen und toben dann etwas lieber." Das bedeute aber nicht, dass sie weniger Talent haben - sondern nur andere Interessen.

Nicht weniger Talent – nur andere Interessen

Ganz deutlich wurde das kürzlich, als die Kinder sich zu AGs anmelden durften. Bei der Detektiv-AG hielt sich die Aufteilung fast die Waage, aber die Tanz-AG bestand aus 26 Mädchen und einem Jungen.“ Sind es denn die Jungs, die dann technisch fitter sind, auch im Umgang mit digitalen Medien und Spielkonsolen? „Wenn wir in der Klasse erzählen, wer Zuhause mit Tablets und ähnlichen Geräten Zeit verbringt, ist die Nutzungsdauer bei Mädchen wie Jungs ähnlich und auch die Fähigkeiten, aber während den Mädchen Fotos und Videos wichtiger sind, spielen ihre Klassenkameraden lieber etwas.“  Apostolis geht in die „Giraffen­klasse“, er ist sieben Jahre alt und sagt: „Auf einem Tablet kann man auch Filme gucken.“ Seine gleichaltrige Mitschülerin Mia findet, man könne aber noch etwas damit machen: „Man könnte mit einer Schul-App vielleicht Mathe, Lesen, Deutsch oder Schreiben üben.“

Von allen 20 Kindern in der Klasse haben neun Kinder in der Familie ein Tablet, fünf sogar ein eigenes. Statistisch nutzen 64 Prozent der Sechs- bis Sieben­jährigen täglich ein Tablet.  Auf den weiterführenden Schulen steigen diese Zahlen sprunghaft an – weil 33 Prozent der Kinder ab zehn Jahren laut einer bitkom-Studie ein eigenes Tablet haben. Jugendliche wie Nico (11), Virgina (11) und Soheil (12) wissen genau, wie sie mit einem Tablet umgehen müssen, um es für ihre Interessen zu nutzen – und auch für die Schule. Die drei gehören zu den Gewinnern der „Digitalen Klasse“ (siehe Seite 22), sie gehen in die 6.1 der Rosa-Parks-Schule. Ihre Lehrerin, Birsen Celebi, sagt: „Ich sehe am ehesten in dem Bereich Gesellschafts­lehre einen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Jungs sind geschichtlich viel interessierter.“ Die Nutzung von Tablets zu schulischen Zwecken finden Jungs wie Mädchen gleichermaßen sensationell. „Höchstens die Recherche-Wege oder die Einsatzmöglichkeiten der Tablets können ein wenig variieren.“  Also: Jungs gegen Mädchen? Nein, Jungs und Mädchen müsste es heißen. Zumindest in den Schulen in Herten. 

 

Text: Mareike Graepel

Fotos: Markus Mucha

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