Wasser in der Stadt

Hertens grüne Zukunft mit Wasser

Vorbei sind die Tage von Betonbauten und Blechwüsten. Die Welt soll wieder grüner werden. Nachhaltige und umweltbewusste Stadtentwicklung ist die Zukunft. Einen wichtigen Schritt in Richtung einer solchen Stadtentwicklung hat Herten gemeinsam mit der Emscher­genossenschaft und den Emscherstädten mit der Kooperationsvereinbarung zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ im Jahr 2014 schon getan.

Vereinte Emscherkommunen
Im aktuellen Maßnahmenplan 2020+ haben 16 Kommunen konkrete Vorhaben formuliert, darunter die Entwicklung nachhaltiger Zukunftsstrategien im Sinne einer wassersen­siblen Stadtentwicklung. Ein Ergebnis und gutes Beispiel dieser neuen Zukunftsstrategien der Stadt soll mit dem neuen Projekt „Der Park kommt in die Stadt“ in der südlichen Innenstadt Hertens umgesetzt werden.

Gutes Klima für Herten
Im Rahmen der vierten Innenstadtkonferenz am 2. Juli hat das Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten ein erstes Gesamtgestaltungskonzept für die südliche Innenstadt vorgestellt, das den städtebaulichen Ansprüchen der Zukunft­sinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ und seinem Maßnahmenplan 2020+ in vielerlei Hinsicht gerecht wird. Die Zusammenarbeit ist nicht neu. DTP hat bereits die neue Sport- und Freizeitanlage in Herten- Westerholt mit umgestaltet. In Kooperation mit Ruud Reutlingsperger von Observatorium aus Rotterdam und Martin Kohler aus Hamburg entwickelte DTP das Leitbild „Der Park kommt in die Stadt”. Neben viel Stadtbegrünung, einer veränderten Verkehrsführung und Spieloasen wird auch viel Wasser in die Stadt einziehen. Schon 2021 soll der „Park in die Stadt kommen“.

Der Vorreiter: Die Zukunftsvereinbarung Regenwasser
Mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser und dem Masterplan Emscher-Zukunft haben die Kommunen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft schon früh im Zuge der ökologischen Verbesserung der Emscher und ihrer Zuflüsse den Weg in eine nachhaltige Stadtentwicklung ein­geschlagen. Die Trennung von sauberem Regenwasser und belastetem Schmutzwasser bietet nicht nur gute Voraussetzungen für die Wasserwirtschaft, sondern vor allem Chancen und Potenziale für die Freiraumgestaltung und Landschaftsplanung. So wird im Zuge dieser Anstrengungen neben anderen klimaangepassten Maßnahmen auf vielen Flächen Regen- und Schmutzwasser getrennt und über große Regenbecken in renaturierte Gewässer eingeleitet. Damit werden die Gewässer in Herten Stück für Stück weiter in ihren natürlichen Zustand umgestaltet. Ein Rückhaltebecken ist ein künstlich angelegtes Wasserbecken, das dazu dient, größere Mengen Wasser zu speichern und gedrosselt in einen Bach einzuleiten. Gleich­zeitig können Regenbecken aber auch zum Schutz vor Hochwasser und Überschwemmungen dienen. Das große Regen­becken an der Elper Straße ist schon in 2012 renaturiert worden. Dabei wurde der natürliche Quellbereich des Wiesenbachs, der bis dahin mit einem Betonbecken überbaut war, wieder freigelegt und in seinen natürlichen Zustand versetzt. Aktuell baut die Stadt das 6.200 Quadratmeter große Regenrückhaltebecken am Resser Weg, über das das am Paschenberg anfallende Regenwasser in den Holzbach eingeleitet wird. Fördermittel für dieses ehrgeizige und teure Projekt erhält die Stadt aus der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“.

„Wasser in der Stadt von morgen“
„In erster Linie wollen wir den natürlichen Wasserkreislauf verbessern. Das bedeutet, dass wir das Abfließen von Regenwasser im Mischkanal deutlich reduzieren und das getrennte Regenwasser als wichtiges Element zur Klimaanpassung nutzen. Durch Rückhaltung und Verdunstung von Regenwasser sowie durch Begrünung verbessern wir das Mikroklima und tragen damit zu einer höheren Aufenthalts- und Lebensqualität für die Menschen insbesondere in den Innenstädten bei“, so Stadtplaner Ralf Terpoorten, Fachbereichsleiter für Planen, Bauen und Umwelt. „In 10 bis 15 Jahren haben wir bei den Stadtgewässern wieder eine weitest mögliche natürliche Situation, der Umbau der Kanalnetze ist eine Generationenaufgabe“, so die Prognose von Carsten Kornmaier, der bei der Stadt für den Bereich Entwässerung zuständig ist. Mit der schrittweisen Gewässerrenaturierung und dem sensiblen Umgang mit Regenwasser wird die Stadt dem modernen, klimaangepassten Stadtbild ähnlicher. „Ziel ist es, Stadträume wassersensibel und damit gesundheitsfördernd und nach­haltig zu gestalten“, so der Experte.

Internationale Strahlkraft
Beim vierten Dezernententreffen der Zukunftsinitiative ­„Wasser in der Stadt von morgen“ im Februar ging es um die Fortschreibung und Weiterentwicklung der Zukunftsinitiative. Die Dezernenten regten an, eine regionale Klimaanpassungsstrategie, mit der man sich städtebaulichen und wasserwirtschaftlichen Herausforderungen stellen will, federführend durch die Emschergenossenschaft unter dem Arbeitstitel „Die klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft!“ in die Ruhrkonferenz einzubringen. Aktuell arbeiten alle Emscherkommunen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft und dem Landesministerium an der konkreten Ausgestaltung dieser regionalen Herausforderung, den Folgen des Klimawandels als Region schnell und wirkungsvoll zu begegnen. Die Stadt Herten sieht in eine grüne Zukunft.

 

Text: Sandrine Seth; Visualisierungen: Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten