Von der Quelle bis ins Glas

Die lange Reise des Wassers

Für uns ist frisches Wasser zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Selbstverständlichkeit. Dazu muss man nur den Hahn aufdrehen. Aber bevor das Wasser zu uns ins Haus sprudelt, hat es viele Kilometer und Stationen zurückgelegt. Unser Trinkwasser in Herten hat sogar einen eigenen Namen: hertenwasser. Seit 2008 bündeln die Gelsenwasser AG und die Hertener Stadtwerke GmbH ihre Kompetenzen rund um unser Trink­wasser in der hertenwasser GmbH.

Wo das Wasser herkommt
Wichtiger Bestandteil für die Wasser­gewinnung ist der Halterner Stausee. Er speist sich aus der Quelle der Stever in den Baumbergen des Münsterlandes: Die Stever fließt zusammen mit dem Halterner Mühlenbach, der zwischen Coesfeld und Hochmoor entspringt, in den Stausee, der in Nord- und Südbecken geteilt ist. Das Nordbecken dient neben der Wassergewinnung auch der Naherholung, während das Südbecken streng geschützt ist. Neben dem Wasser aus dem Stausee besteht das Trinkwasser aus dem Halterner Wasserwerk auch aus Grundwasser, das aus den Wald­gebieten der Haard sowie der Hohen Mark kommt. Wenn diese natürlichen Ressourcen nicht ausreichen, kann in Zeiten von Knappheit auch Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal in die Stever und damit in die Talsperren Hullern und Haltern geleitet werden.

Wie das Wasser gereinigt wird
Zur Reinigung des Wassers von Trüb­stoffen, wie z.B. Algen, aber auch von problematischeren Stoffen – wie Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft – werden bei Bedarf Flockungsmittel und Aktivkohle ins Wasser gegeben. Sie binden die unerwünschten Stoffe, die dann auf den Grund sinken und von dort mit einem Saugbagger entfernt werden können. Die Stoffkonzentration wird regelmäßig kontrolliert. Vom Südbecken wird das Wasser in 26 Versickerungs­becken im Wasserwerk Haltern geleitet. Sie haben eine Fläche von 33 ha — so groß wie 60 Fußballfelder. Sechs Wochen lang versickert das Wasser aus den Becken und reichert das Grundwasser an. So werden durch biologische, physikalische und chemische Prozesse Schadstoffe abgebaut.

Was mit dem Wasser passiert
Zusammen mit dem Grundwasser wird das angereicherte Wasser aus 230 Brunnen zurück an die Oberfläche gefördert. Um Stoffe wie Eisen und Mangan und die damit verbundene Trübung zu entfernen, wird rund ein Drittel des geförderten Grundwassers in einer Druckfilteranlage über Quarzkies geleitet, in der diese Inhaltsstoffe in filtrierbare Verbindungen umgewandelt und abgeschieden werden. Um das Rohrnetz vor Korrosion zu schützen, wird dem Wasser Natronlauge und Monophosphat in geringer Konzen­tration beigefügt. Über 16 Pumpen gelangt das Wasser ins Rohrnetz. In Herten unterstützen die beiden Hochbehälter zwischen Scherlebeck und Recklinghausen als Wasserspeicher dabei, die Stadt jederzeit mit der nötigen Menge an frischem Wasser zu versorgen. Regelmäßige Wasser­proben gewährleisten die hohe Qualität. Wasser marsch!

Text: Christine Alder • Fotos: hertenwasser, Gelsenwasser AG, K.U. Häßler/stock.adobe.com

Info

Hertener Stadtwerke GmbH
www.hertener-stadtwerke.de

Gelsenwasser AG
www.gelsenwasser.de