Im Fluss

Der Emscher-Umbau kommt nach Herten

Spatenstich für den Emscher-Umbau in Herten: Der Bau der Abwasserkanäle an Resser Bach und Backumer Bach kann im November beginnen. Mit dem ersten Spatenstich haben Hertens Bürgermeister Fred Toplak und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft und ehemals langjähriger Hertener Bürgermeister, am Donnerstag, 24. August, den offiziellen Startschuss gegeben.

Der Emscher-Umbau ist ein echtes Mammut-Projekt: Allein Herten plant die Emschergenossenschaft Investitionen in Höhe von insgesamt 157 Millionen Euro. Damit werden insgesamt 11 Kilometer an Gewässerläufen aus ihrem Betonkorsett befreit und renaturiert. Das erfordert auch den Bau von Abwasserkanälen mit einer Länge von insgesamt 14 Kilometern.

Verbesserung der Lebensqualität

„Unser Emscher-Umbau ist nicht nur eines der wichtigsten wasserwirtschaftlichen Vorhaben in der Region, sondern es ist ein internationales Vorzeigeprojekt mit städtebaulichem Mehrwert für Mensch und Natur“, sagt Dr. Uli Paetzel. „Mit der Umgestaltung der Nebenläufe auf Hertener Stadtgebiet bringen wir nicht nur den Gewässern die Natur zurück, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern. Für die Quartiere entlang dieser Bäche bedeutet der Emscher-Umbau eine erhebliche Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität“, so Paetzel weiter.

„Heute ist ein wichtiger Tag für unsere Stadt: Mit dem Startschuss für den Bau der neuen Abwasserkanäle an den Nebenläufen in Herten erreicht auch das Gesamtprojekt Emscher-Umbau einen weiteren wichtigen Meilenstein“, so Bürgermeister Fred Toplak. „Der Emscher-Umbau wird Herten positiv verändern. Für die Aufwertung der unmittelbaren Stadtteile entlang der Emscher-Gewässer birgt dieses Jahrhundertprojekt auch unter touristischen Gesichtspunkten große Chancen.“

Bürgersprechstunde

Beim Spatenstich waren auch viele Nachbarn vor Ort: Die frühzeitige Einrichtung der Baustelle dient unter anderem auch der möglichst frühen Information der unmittelbaren Anwohner, da die beauftragte Baufirma nun die Baustelle einrichtet und vorbereitende Maßnahmen trifft. Die eigentlichen Hauptarbeiten beginnen im Herbst. Die Maßnahme stellt auch deshalb eine Herausforderung dar, weil der Umbau mitten n der Stadt vonstatten geht und auch Eingriffe in den Straßenverkehr erfordert.

Um den Anwohnern ihre Sorgen zu nehmen und offene Fragen zu beantworten bietet die Emschergenossenschaft Bürgersprechstunden an: Diese finden am 20. September, 18. Oktober und 29. November jeweils von 16 bis 18 Uhr im Baubüro der Emschergenossenschaft an der Uhlandstraße statt.

Hintergrund

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei. Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.

Text: Ilias Abawi, Stefanie Hasler • Fotos: Markus Mucha

Info

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Ilias Abawi
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