Gemeinsam in die Grüne Zukunft

Klimaangepassste Stadtplanung

In Sachen klimaangepasste Innenstadtgestaltung ist Herten ganz weit vorne. Der Grund dafür sind viele Kompetenzen an einem Tisch. Die 16 Emscherkommunen und die Emschergenossenschaft zusammen mit dem Landesministerium haben auf der Ruhrkonferenz das überarbeitete Konzept und die konkreten Ausgestaltungen des Projekts „Die klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft!“ vorgestellt und beschlossen.

Jetzt wird es ernst: Gründach, wassersensible Gestaltung und Freiraum Planung
Das Planungsbüro DTP Landschafts­architekten hat das Gesamtgestaltungskonzept für die südliche Innenstadt entwickelt, das den städtebaulichen Ansprüchen der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ und seinem Masterplan 100 Prozent Klimaschutz Herten 2020+ in vielerlei Hinsicht gerecht wird (wir berichteten in der Ausgabe 68 darüber). 2022 soll diese erste Bauphase abgeschlossen sein. Sie bezieht sich auf die südliche Ewaldstraße und den Bramhügel. Die südliche Ewaldstraße bekommt ein grünes Gesicht. Sitzgärten vor Cafés, Spiel­gärten und Vorgartenzonen könnten diesen heute tristen Bereich der Innenstadt optisch aufwerten und gemeinsam mit offenen Wasserrinnen für gutes Klima sorgen. „Durch Rückhaltung und Verdunstung von Regenwasser sowie durch Be­grünung verbessern wir das Mikroklima und tragen damit zu einer höheren Aufenthalts- und Lebensqualität bei“, so Stadtplaner Ralf Terpoorten, Fachbereichsleiter für Planen, Bauen und Umwelt. Das Projekt zielt sehr stark auf die Wasserwirtschaft und die städtebauliche Verbesserung ab. „Wir schaffen den Spagat zwischen Trockenheit und Wasser“, so Carsten Kornmaier vom Tiefbauamt, Bereich Entwässerung. Die Emscher­genossenschaft setzt sich gerne für dieses Projekt ein, in dem es auch um die Wasserwirtschaft gehen wird. „Dieses Projekt ist zukunftsweisend“, so Klaus Juchheim, der bei der Emschergenossenschaft für die Zukunfts­initiative „Wasser in der Stadt von Morgen“ zuständig ist.

 

Mehr als nur ein Planungsteam
So multikulturell und akteurreich wie das aktuelle Leben an der südlichen Ewaldstraße ist, so facetten- und kompetenzreich ist auch das Planungsteam, bestehend aus den Bereichen Stadt­entwicklung, der Abteilung Planen und Bauen, Tiefbau der Stadt Herten, der Emschergenossenschaft und den DTP Landschafts­architekten. „Dadurch, dass so viele unterschiedliche Planungsbereiche mit in das Projekt einspielen, brauchen wir auch einen jeweiligen Experten aus diesen Segmenten bei der Konzeption des Projektes“, erklärt Irja Hönekopp, Leiterin des Stadtentwicklungsamts der Stadt Herten. Fachkompetenzen bündeln lautet die Devise. „So werden Blickwinkel verändert und geschärft. Die Themen, mit der sich die Planungsgruppe auseinandersetzt, sind nicht neu. Was aber neu ist: Alle zusammen beschäftigen sich jetzt mit diesen Themen – die Ideen ver- schmelzen sich“, erklärt Ilka Koelsch, die im Stadtentwicklungsamt zuständig ist für Klimaanpassungs- ­­strategien. Die Innenstadt Hertens wird sich ändern und daran sollen auch die Hertener mitarbeiten: „Ziel des Ganzen ist es auch, die Teilhabe der Menschen nach außen zu verlagern und eine Verantwortung für die Stadt und den Lebens­bereich zu entwickeln“, ergänzt Carolin Wenzel, Projektleiterin für den Neustart Innenstadt. Um noch mehr Beteiligung zu schaffen, sind verschiedene Aktionen geplant. So gibt das Planungsteam das Projekt in die Hand der Bürgerinnen und Bürger, damit hinterher das Herz Hertens grün schlägt.

Text: Sandrine Seth, Foto: Markus Mucha

Info

Ralf Terpoorten Planen a Bauen
Kurt-Schumacher-Str. 2
45699 Herten
02366 303420