Hertener Gespräche "Wir sind nicht das Ruhrgebiet - wir sind die Welt"

Prof. Dr. Grönemeyer bei den 29. Hertener Gesprächen

"Früher bin ich immer ohnmächtig geworden, wenn ich 'ne Spritze bekommen habe. Das wollte ich anders machen - und bin dann eben Arzt geworden." Nur eine von vielen Anekdoten zu seinem Werdegang, die Deutschlands wohl bekanntester Arzt, Autor und Fernsehmoderator, Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, bei den 29. Hertener Gesprächen am Dienstagabend zum Besten gegeben hat. Knapp 300 Gäste verfolgten das Zwiegespräch mit Dr. Uli Paetzel im RevuePalast Ruhr. Ein Abend zum Lachen, Diskutieren - und Turnen.

Von Heilkräutern und Schulverweis

 

Grönemeyer präsentiert sich an diesem Abend persönlich, nahbar, sympathisch. Der Wahl-Bochumer berichtet aus seiner Schulzeit, in der er wegen einer Unterwäsche-Beilage eines Bochumer Modehauses in der Schülerzeitung fast des Gymnasiums verwiesen wurde. Er erzählt von seinen Tanten, die ihn als Kind im Krankheitsfall mit Heilkräutern und Homöopathie genesen wollten - und so eine erste Auseinandersetzung mit Schulmedizin und alternativen Heilmethoden anzettelten. Und von den drei Schicksalsschlägen, die Prof. Dr. Grönemeyer zu dem lebensfreudigen Optimisten machten, als der er sich heute präsentiert. Dazu zählt nicht nur ein Sturz aus zehn Metern Höhe beim Wandern, sondern auch ein schwerer Motorradunfall und starkes Kammerflimmern. 

Neben seiner Tätigkeit im Grönemeyer-Institut ist Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer auch als Stifter und Gesundheitsbotschafter im Einsatz. Angesichts der gesellschaftspolitischen Lage plädiert er bei den Hertener Gesprächen für mehr Menschlichkeit im Umgang miteinander. Gerade wir im Ruhrgebiet blickten auf eine jahrzehntelange multikulturelle Geschichte zurück: "Wir sind nicht das Ruhrgebiet, wir sind die Welt", so Prof. Dr. Grönemeyer. Das Publikum applaudiert.

300 Gäste turnen mit

Auch um zwei "Rudel-Turnübungen" kamen die 300 Gäste nicht herum. Gemäß seines Mottos "Turne bis zur Urne" delegiert der als "Vater der Mikrotherapie" bekannte Arzt von der Bühne aus erst eine Übung zur Entspannung des Rückens, später eine für Muskelaufbau. Ein besonderer Moment: 300 Hertenerinnen und Hertener stehen auf und machen mit. Auch er mache diese Übungen täglich, so Grönemeyer. Und sagt dann selbstironisch: "Auch wenn ich nicht so aussehe. Aber: Ein fitter Dickie ist besser als ein schlanker Schlaffi."

Im Anschluss an das Gespräch mit Dr. Uli Paetzel konnten die Gäste Fragen stellen. Danach stand der Gast für Autogramme am Bücherstand von Gerlinde Droste bereit.

Fotos: Markus Mucha

Video: André Chrost

Info

Die 30. Hertener Gespräche finden am 28. März 2017 im RevuePalast Ruhr statt.