Ministerin Scharrenbach zu Besuch auf Schlägel und Eisen

Industriedenkmalpflege vor Ort

Alljährlich besuchen Mitglieder des Kuratoriums, des Vorstands und der Geschäftsführung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ausgewählte, stiftungseigene Standorte, um sich ein Bild von der Arbeit und den Projekten vor Ort zu machen. Unter der Leitung der Kuratoriumsvorsitzenden Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, führte die Reise in der letzten Woche zu Stiftungsstandorten in Bottrop, Dorsten, Herten und Dortmund. Oberbürgermeister und Bürgermeister der jeweiligen Kommunen, Vertreter von Fördervereinen, Initiativen und Integrationsprojekten, der regionalen Wirtschaft, private Investoren und Kulturschaffende bereiteten der Ministerin und den Gremienmitgliedern einen würdigen Empfang. Ina Scharrenbach informierte sich über kommunales, bürgerschaftliches und wirtschaftliches Engagement an den Standorten.
In Herten wurde der hohe Besuch von Bürgermeister Fred Toplak, dem Vorsitzenden des Geschichtskreises Schlägel & Eisen Herten e.V., Uwe Hauschild, und den Vorsitzenden des Klub Schlägel & Eisen Herten e.V., der Lehrerin Kathi Schmidt und dem Unternehmer Andreas Weidner, begrüßt. „Altes und Neues geht hier zusammen“, versicherte Toplak. Im Schatten des Denkmalensembles, der Landmarke Fördergerüst Schacht 4 mit Grubenlüftern und dem über 100 Jahre alten Fördergerüst Schacht 3 habe sich eine riesige Gewerbefläche entwickelt. Der Schritt in die Zukunftstechnologie sei getan, so Toplak optimistisch. „In zwei Jahren haben wir Vollbelegung.“ Besonderen Dank sagte er der Stiftung, die die stadtbildprägenden Fördergerüste, Grubenlüfter und das Maschinenhaus bewahrt und sogar künstlerisch illuminieren will.
In enger Zusammenarbeit mit der Stadt und anderen Mietern auf dem Gelände steht auch der Geschichtskreis. „Unser Schwerpunkt ist die Wissensvermittlung“, so Hauschild, „wir wollen aber auch Emotionen rund um den Bergbau weitergeben und die Tugenden der Bergleute bewahren.“ Mit Schülern baue der Verein Grubengebäude nach. So erlernten die Jungen und Mädchen nebenbei auch den Umgang mit Handwerk. „Eine tolle Sache“, ist er sich sicher.

Kulturelles Leben in den Gemäuern der ehemaligen Zeche ermöglicht der Klub Schlägel & Eisen e.V. Er zählt zwar erst 55 Mitglieder, leistete aber bereits über 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Mit viel Einsatz, guten Ideen und Optimismus wandelt sich regelmäßig die Kaue in einen Spielort für Kunst, berichtet Kathi Schmidt. Aber auch der Sport kommt nicht zu kurz. In Kooperation mit Jugendzentren, Sportvereinen und Schulen werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene professionell in Mannschafts-, Kampf- und Einzelsportarten angeleitet. Wo einst die Bergleute den Staub von der Haut duschten, kann heute gemütlich in entspannter Klubatmosphäre getrunken und gegessen werden.
Scharrenbach betonte, die Denkmale der Stiftung an den Standorten der Zeche Prosper II in Bottrop, der Zeche Schlägel & Eisen in Herten, Zeche Fürst Leopold in Dorsten oder auch die Kokerei Hansa in Dortmund seien prägend für Menschen, Städte und Gemeinden und untrennbar mit dem historischen Erbe der Region und der Bundesrepublik Deutschland verknüpft. Es sei wichtig und es müsse gelingen, die Denkmale durch Nutzung erlebbar zu machen. Sie forderte die Bürger zum Mitgestalten auf.

Hintergrund:
Die Stiftung wurde 1995 vom Land Nordrhein-Westfalen und der RAG Aktiengesellschaft gegründet, um hochrangige Zeugnisse des Industriezeitalters vor dem Abriss zu bewahren. Die Aufgaben der Stiftung bestehen darin, die ihr übertragenen Denkmale zu schützen und zu erhalten, wissenschaftlich zu erforschen, öffentlich zugänglich zu machen und sie einer denkmalgerechten Nutzung zuzuführen. Mittlerweile zählen Industriedenkmale an 14 Standorten in NRW zum Bestand. Es sind Relikte von Anlagen des Steinkohlenbergbaus, wie z.B. Fördergerüste, Schachthallen und Maschinenhäuser, des Weiteren eine Kokerei als Beleg der Verbundwirtschaft im Ruhrgebiet, ein Denkmal der Energiewirtschaft in Gestalt eines historischen Pumpspeicherkraftwerks und ein Osemund-Hammerwerk als technikgeschichtliches Zeugnis.

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