Eine Ära geht zu Ende

Bye, Bye, Bergbau?

...aber: Bleib doch noch ein wenig, Kohle! In der gesamten Region wird der Abschied vom Bergbau thematisiert. Aber die Kohle, die uns und unseren Ruhrpott geprägt hat, ist noch lange nicht weg, sondern in Gesellschaft und ebenso in der Kulturszene präsent wie selten zuvor - eine Hommage an die Kohle gibt es auch in Herten, in der Weißkaue auf Schlägel & Eisen. Wir durften uns die Ausstellung "Wechselschicht" ansehen und waren bewegt - in fast jedem von uns fließt das Blut eines Bergmannes, ein bisschen schwarzes Gold, das in unseren Herzen ein Zuhause gefunden hat.
Wally Woggon, Initiatorin der Ausstellung und eine der vertretenden Künstlerinnen, hat uns die Weißkaue aufgeschlossen, uns durch eine multiple Wohnzimmerlandschaft des vertrauten Gelsenkirchener Barocks geführt und die Exponate erklärt. Hohe, lange Bilder, weiße Bahnen, chwarze Kohle, dunkle Zeiten, Hoffnungsschimmer, Liebe, Trauer, Mut, und vor allem: Freundschaft und Anstand. Kaum eine Region in diesem Land ist von einem Menschenschlag so sehr geprägt wie das Revier - sich den Namen "Kumpel" zu verdienen, dazu gehörte eine Menge, das war ein Ritterschlag, kein Spitzname. Das alles wird deutlich in der Ausstellung auf Schlägel & Eisen.

Neben Woggon haben Petra Aman, Mechthild Buhmann, Petra Decking, Iris Hartmann, Maria Höning und Iris Land Werke rund um den Bergbau angefertigt. Eine liegende Patronin Barbara "Du kannst dich nun ausruhen, wir brauchen dich nicht mehr" - und Grubenvögel gibt es Seite an Seite mit Fossilien, Landkarten, Liebesgeschichten. Immer und immer wieder finden sich in allem: Verbeugung und Ehrfrucht vor dem, was die Menschen unter Tage geschaffen haben.
Was wären wir alle nur ohne den Bergbau? Wir werden es nie wissen denn wir Menschen im Pott sind wie wir sind. Danke, Kumpels!

Die Ausstellung ist noch am 6. Mai und am 13. Mai von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung zu besichtigen, bei großem Interesse kann sie verlängert werden - wir legen jedem Leser und jeder Leserin den Besuch von Herzen nahe. Auch Kinder können die Ausstellung bewundern. Die Künstlerinnen sind zu den genannten Öffnungszeiten selbst vor Ort.

In diesem Sinne: Glück auf!