Hertener Gespräche „Der wahre Schimanski“ im Kreuzverhör

"der wahre Schimanski" zu Gast bei den HERTENER GESPRÄCHEN

Es ist 2.30 Uhr nachts. Kriminalhauptkommissar Heinz Sprenger wird vom Telefon aus dem Schlaf geklingelt: Es gab Schüsse, mehrere Menschen starben im Umfeld einer Edel-Pizzeria in Duisburg. Von den Tätern keine Spur, die Arbeit ruft - sofort! Der Beginn einer aufwendigen und zugleich spannenden Ermittlung, die Monate dauern wird. Heinz Sprenger, heute pensioniert, und Holger Haufmann, Leiter der Direktion Kriminalität im Polizeipräsidium Recklinghausen, haben die Täter gefasst. Von ihrem Kampf mit den italienischen Behörden, Spuren, die in die Niederlande führen, 10.000 Seiten umfassenden Akten und penibler, beharrlicher Recherche berichtete das Ermittler-Duo bei den 30. HERTENER GESPRÄCHEN im RevuePalast Ruhr.

Im Gespräch mit Dr. Uli Paetzel wurde auch die aktuelle Situation der Polizei beleuchtet. Heinz Sprenger findet klare Worte:"Die Polizei wurde systematisch heruntergewirtschaftet. Vielen Ermittlungshinweisen kann man gar nicht nachgehen, da fehlt einfach das Personal für."

Sprengers Vita liest sich wie ein Krimi: 20 Jahre lang hat der 64-Jährige das Kriminalkommissariat in Duisburg geleitet, im Laufe seiner Karriere im Rockerkrieg ermittelt und die Duisburger Mafia-Morde aufgeklärt. „Perfekte Verbrechen bleiben unerkannt. Wenn erst einmal klar ist, dass ein Tötungsdelikt vorliegt, ist der Täter verloren“, sagt der einstige Top-Ermittler, der aufgrund seiner Aufklärungsquote nicht nur unter den Polizei-Kollegen als Legende gilt. 

„Der wahre Schimanski“ – so der Titel seines Buches – macht sich auch über seine Pensionierung hinaus für gute Polizeiarbeit stark. An der Mülheimer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung gibt der ehemalige Kriminalhauptkommissar seine Erfahrung an junge Polizeianwärter weiter. Bundesweit bekannt ist Sprenger für sein Engagement gegen Kindesmisshandlung: Gemeinsam mit Kinder- und Jugendärzten gründete er das Online-Frühwarnsystem RISKID e.V. zum Schutz von Kindern vor Gewalt.

Text: Raphaela Willwerth

Fotos: Markus Mucha

Info und Kontakt

Die nächsten HERTENER GESPRÄCHE finden am 12. Dezember 2017 statt.

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