Die Möglich-Macher

Flexible Betreuung in der Zwergen-Kita

Das ist ja eine tolle Begrüßung! Drei Kinder stehen am Eingang und winken. „Hallo Julia“, tönen die hellen Stimmchen. Klar, dass sich das kleine Mädchen (17 Monate) hier wohl fühlt. Was Julias Eltern an der Spielgruppe Zwergenkita ganz besonders schätzen: Das flexible Zeitsystem.

„Normalerweise müssten wir auf das 45-Stunden-Paket zurückgreifen“, sagt Nina Ehmer, „uns bliebe kaum Familien­zeit!“ Die 35-Jährige und ihr Mann Pierre arbeiten beide als Justizvollzugsbeamte im Wechseldienst. Was die berufstätige Mutter besonders stört: Die festen Abholtermine der meisten Kitas. „Wenn ich um 14:30 Uhr Dienstschluss habe, möchte ich mein Kind direkt nach Hause holen!“

In der Zwergen­kita im Gertrudis- Hospital entscheiden die Eltern, an welchen Wochen­tagen und für wie viele Stunden ihr Nachwuchs betreut wird. Die Bring- und Abholzeiten können jeden Monat mit Kita-­Leiterin Karin Lawatsch aufs Neue abgestimmt werden. „Ursprünglich war die Zwergenkita für die Mitarbeiterinnen des Gertrudis-Hospitals gedacht“, gibt Karin Lawatsch Auskunft. Die Idee: Mitarbeiterinnen der Klinik die Möglichkeit geben, gut wieder in den Beruf zurück zu kehren.

Längst wird das Angebot nicht allein vom Klinikpersonal in Anspruch genommen. Kernzeit ist von 8 bis 16 Uhr, „nach Bedarf betreuen wir ab einer Stunde eher oder eine Stunde länger“, fügt Karin Lawatsch hinzu. Um 12 Uhr beginnt die Mittagszeit. Ein Teil der Zwerge schläft, die anderen spielen oder werden bereits abgeholt, „je nachdem, wie die Eltern es einrichten können.“

Nina Ehmer freut sich: „Julia kann auch problemlos länger bleiben, wenn das mal notwendig ist.“ Geöffnet ist ganzjährig von Montag bis Freitag, sogar in den Schulferien, außer zwischen Weihnachten und Neujahr. Fünf bis 40 Stunden pro Woche können die Eltern buchen. Die Preise sind gestaffelt, „je mehr Stunden man bucht, um so günstiger wird es“, erklärt die Kita-­Leiterin, „unser besonderes Angebot: Geschwister zahlen die Hälfte.“

Betreuung nach dem Tagesmutter-Prinzip

Die Zwergenkita ist offen für Kinder von null bis zwölf Jahren. Derzeitiger Schwerpunkt: „Die U2-Betreuung“, sagt Karin Lawatsch, „sieben der Kinder sind unter zwei Jahren.“ Aber auch ein Schulkind komme nach dem Unterricht her. „Das Mädchen kümmert sich liebevoll um die Jüngeren“, hat die Erzieherin festgestellt. Doch die Kleinen sind ebenfalls füreinander da. Kaum angekommen, wird Julia von ihrer Kita-Freundin  an die Hand genommen: „Komm, Pantoffeln anziehen!“ Es geht um mehr als Spielen und geregelte Mahlzeiten: „Das Zusammensein von Kindern verschiedener Altersstufen hilft dabei, soziale Kompetenzen zu gewinnen“, betont die Kita-Leiterin.

Die Zwergenkita hat Plätze für 15 Kinder. „Bei uns wird nach dem Tagesmutterprinzip betreut, auf fünf Kinder kommt eine Erwachsene“, sagt KarinLawatsch. Zum pädagogischen Team gehören zurzeit außer ihr selbst die Kinderpflegerin Stefanie Schimanski und drei nebenberufliche Tagesmütter.

Nina oder Pierre Ehmer holen ihr Töchterchen stets so zeitig ab, wie ihre Dienste es zulassen. Heute mag Julia allerdings nicht gleich heim. Sie möchte so gerne noch mal in die Leseecke! Was das kleine Mädchen in seiner Kita noch viel lieber mag: „Julia findet es toll, mit anderen Kindern zusammen zu sein“, weiß Nina Ehmer. „Heißt es: Wir gehen in die Kita, holt sie ihren Rucksack und will los!“

Text und Fotos: Dr. Ramona Vauseweh

Info

Zwergenkita im St. Getrudis-Hospital Westerholt

Leitung: Karin Lawatsch

Kuhstraße 23
45701 Herten

Tel. 0209 6191592

„Förderkreis Kinderbetreuung“ im Gertrudis-Hospital

Ansprechpartnerin: Sr. Bernadette Korte

Kuhstraße 23
45701 Herten