Sport "Sport ist Lebensfreude"

Rentner Horst Sielski absolviert sein 57. Sportabzeichen

57. Diese Zahl beziffert nicht, wie man glauben mag, das Alter des Herteners Horst Sielski. Sondern die stattliche Anzahl an Sportabzeichen, die der 81-Jährige abgelegt hat. „Man muss durchhalten, für sich selbst", sagt der Herzblut-Leichtathlet.

Wie oft hat er hier schon gesessen, am Rande des Sportplatzes der Leichtathletik Spielvereinigung Herten. Vorstand, Trainer, Sportwart: Horst Sielksi hat im Verein schon so gut wie jeden Posten übernommen. Aktuell gibt er die Vereinszeitung „Spikes" heraus – wenn er nicht gerade für seine Sportabzeichen trainiert.

Sielski dreht eine goldene Medaille zwischen den Fingern: „Die wurde mir für 55 abgelegte Sportabzeichen verliehen." Die Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes überreichten das Edelmetall 2013 persönlich. Zwei Jahre, zwei Abzeichen später, bleibt Horst Sielski trotz Knieproblemen am Ball. Langstrecke kann er nicht mehr laufen, aber statt aufzugeben, sattelt er um. Aufs Radfahren. „Es bringt ja nix, in Schlendrian zu verfallen", meint der Sportbegeisterte, der sich jedes Jahr aufs Neue motiviert. Mit hohen Ansprüchen an sich selbst: Jedes seiner Abzeichen hat Horst Sielski in Gold errungen. Für seine Altersklasse bedeutet das 20 Kilometer Radfahren in maximal 53 Minuten, 200 Meter Rad-Sprint in unter 23 Sekunden, dazu Medizin- und Schleuderballwurf.

Früher kam dem Kriminalhauptkommissar die Sportlichkeit im Beruf zugute: „Wer vor mir weglief, ist oft nicht weit gekommen." Heute trainiert der Rentner, um gesund und fit zu bleiben, „und Sport ist ja auch Lebensfreude." Eine ruhige Kugel schieben? Steht nicht im Trainingsplan. „60 Abzeichen möchte ich mindestens schaffen", sagt Sielski. Und zitiert dafür einen bekannten Mediziner: „Turne bis zur Urne".

Text: Raphaela Willwerth • Fotos: André Chrost

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Hertener Servicestelle für den Sport
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