Nachtleben in Herten

Ein bisschen Spaß muss sein...

Gerd Wirbitzky hakte bei unserer Recherche ungläubig, fast irritiert nach: „Nachtleben in Herten, das hab ich richtig verstanden?“ Dienstbeflissen, allerdings schmunzelnd erläutert der Teamleiter des Ordnungsamtes: „Ausschweifendes Nachtleben wäre möglich. Gaststätten können schließlich morgens bis fünf geöffnet bleiben.“ Davon gibt es 25 in der Stadt. Eine klassische Diskothek existiert allerdings nicht (mehr). Öffentliches Partyleben in Herten ist ein ambulantes Gewerbe. Da wandeln Carsten Laskowski und Eckhard Klein die ehemalige Lampenstube auf Schlägel & Eisen in eine Tanzlocation um. „Grubenalarm“ heißt das Event. Mit rund 500 Gästen sind die Veranstaltungen mit Musik der 80er- und 90er Jahre jeweils ausverkauft. Am 22. Dezember schrillt der „Grubenalarm“ dort erneut. Ambulant geht es auch im Hertener Süden zu. Hans Joachim („Hansel“) Christ, der Bruzzler 150 unterschiedler Schnitzel durch das „Guinness-Buch“ eigentlich zum Weltrekordler dieses Fleischklassikers aufgestiegen, importiert mehrfach im Jahr die Stimmung aus dem 17. Bundesland. Dann ist „Mallorca Party“ an der Herner Straße angesagt. Ohne Ingrid Auf der Straße und ihre Clique fängt Kult-DJ Ralli Merkel nicht an. Die biologisch knapp 60jährige lobt: „Das hier ist genau unser Ding. Deutsche Schlager, die lieben wir.“


Große Schlagerparty
Auf seiner Playlist stehen die besten Ballermannhits von „Größen“ wie Jürgen Drews, Mickie Krause, Michael Wendler oder Tim Toupet (der heißt wirklich so). Merkel hat offenbar Musiktitel wie „Schei.. drauf“ von Peter Wackel im Ohr, wenn er verschmitzt berichtet: „Na ja, hier spiele ich auch Songs, die im Radio nicht zu hören sind. “ Für Gastgeber Christ sichert die familiäre Atmosphäre den lang anhaltenden Erfolg seiner Tanzvergnügen. Am 31. Dezember steigt die Silvester-Sause, im Februar die Après Ski-Party. Wer mit all dem nichts anzufangen weiß, dem sei ein nächtliches Erlebnis besonderer Art empfohlen: die Vollmond-Wanderung auf der Halde Hoheward, angeboten durch das Besucherzentrum Hoheward.

Text: Michael Polubinski • Fotos: Reiner Kruse