1.500 Meter im Jungbrunnen

Seit 30 Jahren Frühschwimmer

Ob das Copa Ca Backum tatsächlich Qualitäten eines „Heilbades“ hat, sei zunächst dahingestellt. Unstrittig ist das Prädikat „Jungbrunnen“. Dieses Siegel vergeben die sogenannten „Frühschwimmer“ durch ihre Konstitution. Das sind Badegäste, häufig jenseits der 70, die in aller Regel täglich ab sieben Uhr ihre Bahnen ziehen. Alle fallen unisono durch ihre körperliche und geistige Frische auf. Und jedem fehlt der sicherlich verzichtbare Wohlstandsbauch. Helmut Ramfort, 80, ist im Copa Ca Backum ein Mann der ersten Stunde. Seit Eröffnung vor 30 Jahren legt der frühere Geschäftsführer des Hertener Transportbeton-Werkes täglich 1.500 Meter im Wasser zurück. Früher waren es zwei Kilometer. Der Senior, der in sich zu ruhen scheint, ist rundum sportlich. Früher joggte er. Bestritt Judo-Kämpfe. Heute fährt er Rad, wann immer es geht. Was ihn am Copa Ca Backum so fasziniert, fasst er so zusammen: „Die Frühschwimmer bilden eine schöne Gemeinschaft. Wir verstehen uns prächtig. Die Stunde im Bad baut Stress ab. Ich fühle mich rundum wohl.“

Familiäre Stimmung im Bad

Jürgen Paulsen, 76, spricht von „Wohlempfinden“ und „Glücksgefühlen“, wenn er seine Sinneseindrücke rund ums Frühschwimmen beschreibt. Seine Ausge­glichenheit und Fitness führt der gelernte Textil-Kaufmann, übrigens bis zum 70. Geburtstag als Unternehmer aktiv, auf sein tägliches Sportprogramm zurück. Hierbei schätzt der Recklinghäuser die familiäre Stimmung im Bad – und dieses Detail: „Die konstante Wassertemperatur von 24 Grad ist klasse. Wenn ich eine Stunde im Wasser bin, friere ich nicht.“

Ohne Schwimmen kribbelt es
Irgendwie bekennen alle, dass das Schwimmen eine gewisse „Suchtgefahr“ birgt. Originalton Marietta Cordes: „Wenn wir uns über ein verlängertes Wochenende bei den Kindern aufge­halten haben und ich vier Tage nicht schwimmen konnte, fühle ich mich alt.“ Tage ohne Schwimmen verpassen Helmut Ramfort ein „eigenartiges Kribbeln“. Der Recklinghäuser Jürgen Paulsen, seit 25 Jahren täglich in Backum, konstatiert: „Bei einem Tag ohne Schwimmen fehlt mir einfach was.“ Und wie ist das mit dem eingangs erwähnten „Heilbad“? Ein Gast berichtet, dass er seinem Arzt zufolge eine lebensbedrohende Krankheit deshalb überstanden hätte, weil sein Herz durch die tägliche Dosis Copa Ca Backum gestählt gewesen sei. Und Helmut Ramfort bescheinigt: „Meine einst chronischen Rückenschmerzen werden durchs Schwimmen merklich gelindert.“ Offenbar gilt für Backum der Musiktitel von James Last: Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem danach!


Text: Michael Polubinski, Fotos: Markus Mucha

Info

Freizeitbad Copa Ca Backum
Über den Knöchel / Teichstraße
Tel. 02366 307 310
www.copacabackum.de