Wenn Stromzähler intelligent werden

Schon in den 1980er Jahren war Michael Knight seiner Zeit voraus: Sein Auto in der amerikanischen TV-­Serie „Knight Rider“ verfügte über künstliche Intelligenz. Der Traum von intelligent kommunizierenden Autos rückt allerdings erst heute in greifbare Nähe. Die Digitalisierung macht es möglich. Sie verändert nahezu alle Lebensbereiche der Menschen – und macht auch keinen Halt vor den Hertener Stadtwerken.

Speichern und übermitteln

Hier geht es natürlich nicht um künstliche Intelligenz, sondern um intelligentes Stromzählen. Denn bis 2032 sollen nach Willen der Bundesregierung alle Stromzähler in Deutschland ausschließlich ­digital sein. „Seit September 2016 gibt es für diese Umsetzung das neue Messstellenbetriebsgesetz. Das fordert die deutschlandweite Installation intelligenter und moderner Messeinrichtungen,“ erklärt Thomas Knels, Abteilungsgruppenleiter Messstellenbetrieb bei den ­Hertener Stadtwerken. Ein intelligentes Messsystem ist eine moderne Messeinrichtung, die in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist.

Diese Messeinrichtung besteht aus zwei Teilen: einer Messeinrichtung, die Verbrauchsdaten digital erfasst, und ­einer Kommunikationseinheit (Smart Meter-Gateway). Eine moderne Mess­einrichtung ist ein „einfacher“ digitaler Stromzähler. Dieser speichert die Daten, übermittelt sie aber nicht nach draußen. Die Zählerstände müssen also weiterhin vom Kunden abgelesen werden. Rüstet man einen digitalen Zähler mit einem Smart Meter-Gateway auf, entsteht ein intelligentes Messsystem.

 

 

Vorstufe für Privatkunden

Mit dem sogenannten „Smart Meter-­Rollout“ geht die Digitalisierung der Energiewende in eine neue Phase. Damit sich erneuerbar erzeugter Strom in Deutschland bestmöglich nutzen lässt, brauchen Netzbetreiber und Energie­lieferanten aktuelle Informationen über Einspeisung und Abnahme von Energie. Hier helfen intelligente Messsysteme. Für die Hertener Stadtwerke bedeutet das, von jetzt an als grundzuständiger Messstellenbetreiber in Herten den Messstellenbetrieb „smart“ und „intelligent“ auszubauen. „Von der Umrüstung auf intelligente Messsysteme sind zunächst große Stromabnehmer und Stromeinspeiser betroffen. Bei den meisten Privatkunden bleibt es bei einer Vorstufe. Sie erhalten eine moderne Messeinrichtung, also einen einfachen digitalen Zähler, der die Verbräuche digital erfasst und speichert,“ ergänzt Carsten Honz, Abteilungsleiter im Bereich Zählermanagement.

Mit den modernen „Zählern“ soll die Digitalisierung der Energiewende ein neues Level erreichen – zum Vorteil der Kunden. Denn moderne Messeinrichtungen zeigen die aktuelle Leistung und speichern die Daten für eine Dauer von bis zu zwei Jahren. „So kann jeder Kunde sein Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch schärfen“, so Thomas Knels. Die Hertener Stadtwerke bauen aktuell bereits digitale Zähler bei ihren Kunden ein.

Dies erfolgt im Rahmen des normalen Zählerwechsels. Wann der Einbau der intelligenten Messsysteme und damit der konkrete Smart-Meter- Rollout in Herten starten kann, steht noch nicht fest. Der Markt bietet noch keine zugelassenen Geräte, die die strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllen. „Das ist aber nichts Schlechtes“, so Carsten Honz. „Denn die Datensicherheit unserer Kunde steht immer an erster Stelle. Je höher also die Vorgaben des BSI, desto ­sicherer sind die Stromdaten aufgehoben.“

Text: Dr. Felicitas Bonk • Fotos: Markus Mucha

Info

Hertener Stadtwerke GmbH
Thomas Knels
Tel. 02366 307 181
www.hertener-stadtwerke.de/netze/messwesen/faq-smart-meter.html