Heißblut & Frostbeule

Auf Betriebsklima mit dem Heizungscheck der Hertener Stadtwerke

Manchmal bricht im Wohn­zimmer von Familie Gut der kalte Krieg aus: „Ich erfülle schon das Klischee, dass Frauen eher frieren! Ich mache den Kamin deutlich öfter an als mein Mann“, sagt Martina Gut. Ehemann Daniel ist eher der Ganzjahres-­T-Shirt-Typ – wie also am Thermostat den richtigen Dreh raus haben? Und stimmt Martina Guts Eindruck, dass es oft „nicht richtig warm“ wird? Im Keller des Hauses schaut sich Heizungsinstallateur Mark André Kniffka die Kupferrohre der Heizungsanlage ganz genau an. Mit einer Wärmebildkamera zeigt er Martina und Daniel Gut, wie viel Wärme in die Wohnung transportiert wird  und wo etwas verloren geht. Kniffka ist einer von zwölf Heizungsinstallateuren, die für die Hertener Stadtwerke unterwegs sind.

Das Hertener Ehepaar hat sich für den Check entschieden, um ihre Heizung energieeffizienter zu machen. „Es ist interessant, mal eine Rückmeldung zu bekommen, wo man etwas verbessern kann“, sagt Daniel Gut. Der 33-Jährige wohnt mit seiner Frau und den Zwillingen Lina und Jonathan seit rund drei Jahren in einem Altbau in Herten-­Mitte, mit Baujahr 1901 eines der ersten in der Straße. Die Heizungsanlage ist modern, sie wurde 2010 ausgetauscht. Trotzdem spürt die junge Familie hier einen deutlichen Unterschied zum Heizen in ihrer vorherigen Mietwohnung. „Wir fangen viel eher im Jahr an zu heizen“, sagt Martina Gut. Das schlägt zu Buche. Auf rund 130 Quadratmetern wohnt die Familie im Erdgeschoss, neun Heizkörper versorgen die Fläche mit Wärme.

Altbau mit Tücken

Doch die hohen Decken des Altbaus und der kalte Keller unter der Wohnung sorgen dafür, dass die Heizung länger und auf hoher Stufe laufen muss. „Wenn wir mal vergessen, die Heizungen anzumachen, wenn wir nicht da sind, merkt man das sofort. Wenn man nach Hause kommt, dann ist es richtig kalt“, sagt Martina Gut.

Das merkt das junge Paar vor allem im Wohn- und Essbereich. Denn diese Räume befinden sich im Anbau, der drei Außenwände zum Garten hin hat. Heizungsinstallateur Kniffka schraubt das Thermostat der Wohnzimmer­heizung ab. In einem mehrseitigen Inspektionsbericht macht er sich Notizen: Wie wird die Wärme erzeugt? Wie wird das Wasser erwärmt und im Haus verteilt? Wie energieeffizient und klimafreundlich ist die gesamte Anlage? Jede dieser Kategorien hat viele Detailaspekte zu Heizkessel, Wärmepumpe, Rohrleitungsdämmung oder den Heizkörpern.

Ampelsystem bewertet Effizienz der Heizung

Am Ende der Inspektion verteilt der Installateur eine Gesamtpunktzahl. Je nach Höhe dieser Zahl wird die Heizungs­anlage dann anhand einer Farbskala bewertet: Ist das Kreuzchen im grünen Bereich, ist alles optimal, im gelben sollte der Eigentümer etwas verbessern und im roten herrscht dringender Bedarf, die Anlage zu reparieren oder auszutauschen. 75 Euro kostet ein solcher Heizungscheck.

Einen Termin können Kunden bei den Stadtwerken online oder telefonisch ausmachen – durchgeführt wird der Check dann vom Heizungsinstallateur nach Wahl. „Zusätzlich zur jährlichen Wartung der Heizungsanlage sollte jeder Eigenheimbesitzer mal einen Heizungscheck machen“, rät Michael Lobert, Energieberater der Hertener Stadtwerke. Je nach Alter und Zustand der Anlage sei das sogar nur eine einmalige Sache. Rund eine Stunde dauert der Heizungscheck bei Martina und Daniel Gut. Mark André Kniffka stellt fest: Die Rohrleitungen im Keller sind nicht optimal isoliert. Und auch die manuellen Thermostate an den Heizkörpern könnte man gegen eine elektronische Variante austauschen: Dann könnte Familie Gut sogar die einzelnen Räume individuell und automa­tisiert beheizen.

Das Hertener Paar ist von dem Heizungscheck der Stadtwerke überzeugt. „Das ist auf jeden Fall sinnvoll. Es ist schon gut zu wissen, wo man ansetzen kann, um zu modernisieren und am Ende im besten Fall Kosten zu sparen“, sagt Daniel Gut.

Text: Lisa Mathofer • Fotos: Markus Mucha

Info

Hertener Stadtwerke

Michael Lobert

Tel. 02366 307-266
energiedienstleistung@remove-this.herten.de