Liebe Rare Liebe

Wie die Motorworld Profil gewinnt: Ein Besuch auf Ewald.

Dienstagfrüh auf Ewald. Morgen ist Valentinstag. Wir wollen über Liebe sprechen, über Liebe zu alten Automobilen. Und über die Motorworld. Martin Rinke nimmt das Thema gekonnt auf, als ich ihn nach dem Projektfortschritt frage: „Wissen Sie, von der ersten Liebeserklärung bis zum Antrag dauert es ein wenig – und wie bei der Entscheidung für eine Lebensgemeinschaft gibt es vernünftigerweise ein paar Rückfragen“, sagt der Gelsenkirchener Geschäftsmann, einer der Gesellschafter hinter dem größten und wohl ambitioniertesten Investitionsprojekt Hertens.

Sorgsame Entwicklung

Auf 60.000 Quadratmeter Fläche soll hier eine automobile Welt für Liebhaber von Oldtimern entstehen. Bis 2019. Bis zu 45 Millionen sollen auf Ewald investiert werden. Noch sieht man auf dem Gelände wenig mehr als bei meinem Besuch vor einem Jahr. Ist die Motorworld also noch in der Findungsphase? Rinke bleibt gelassen: „Die Bauanträge sind gestellt, die Grundstücke gekauft und bezahlt. Mir ist eine sorgsame, etwas langsamere Entwicklung lieber als eine schnelle von der Stange“, sagt der Diplom-Betriebswirt, der zuletzt den Schalker Sportpark zu neuem Leben erweckt hat.

In Herten weiß der Immobilienmanager potente Partner im Rücken. Die Motorworld Group plant nach dem erfolgreichen Konzept in Stuttgart gleich drei weitere Großprojekte: Köln soll im Sommer 2018 an den Start gehen, München ein Jahr später. Und dann die Motorworld Zeche Ewald-Ruhr. Hat die Oldtimer-Szene soviel Potenzial? „Die Liebe zu alten Autos ist für mich nicht nur ein Trend, der kommt und irgendwann wieder geht. Das ist eine natur­gemäße Entwicklung: Dinge, die rar und nicht reproduzierbar sind, werden im digitalen Zeitalter immer populärer“, glaubt Rinke, der selbst kein ausgewiesener Auto-Freak ist, „eher ein Nutzer“.

Fantastische Resonanz

Dem Interesse an dem Großprojekt auf Ewald tut die langsamere Gangart keinen Abbruch: „Wir haben eine fantastische Resonanz – auf den Standort Herten, auf das Thema Gastronomie und aus der Oldtimer-Szene“, bestätigt Helma Sperling, die als Assistentin der Geschäftsführung „fast täglich“ Anrufe von Oldie-Fans aus Deutschland, Holland oder Belgien erhält. „Wir sind in der Entscheidersituation, und das ist gut so: Damit die Motorworld das hält, was wir uns davon versprechen, kommt es auf den richtigen Mix an“, ergänzt Rinke.

Zurzeit wird das Maschinenhaus Süd, eins der Schmuckstücke des Ensembles, energetisch saniert. Auch die Schwarzkaue wird bereits als künftige Eventlocation gehandelt. Doch bei allem Interesse am Veranstaltungsort Ewald ist eines sicher: „Wir wünschen uns eine klare automobile Prägung auf diesem Gelände“, sagt Rinke. Deshalb hat die Projektgesellschaft, deren Mehrheitsanteile die Motorworld Group hält, entschieden alle verfügbaren Flächen auf Ewald zu erwerben. „Die Erfahrung anderer Standorte zeigt, dass sonst eine parasitäre Entwicklung im Umfeld einsetzen kann. Wir möchten, dass unser Grund­konzept nicht verwässert wird.“

Fühlen, riechen, verstehen

Also Autos, Autos und nochmal Autos? Für Rinke geht es bei der Motorworld nicht um den Gegenstand als Objekt der Begierde, sondern immer um Erlebnisse, ums Miteinander, ums Fühlen, Riechen und Verstehen von Handwerkskunst. „Die Liebe zu technisch nachvollziehbaren Geräten, zu Haptik und Olfaktorik ist ungebrochen“, so Rinke. Um diesen Wunsch zu bedienen, muss die Motorworld ein klares Profil gewinnen: hochwertig statt beliebig, authentisch statt kitschig. „Wir werden diesen Gedanken mit Stringenz verfolgen und uns bei jeder Entscheidung fragen: Was zahlt nachhaltig positiv auf den Standort ein?“ Klingt nach einer echten Love-Story.

Text: Stefan Prott • Fotos: Markus Mucha

Info

MOTORWORLD Zeche Ewald | Ruhr
Doncaster Platz 4 · 45699 Herten

Ein Projekt der Zeche Ewald Entwicklungs GmbH & Co. KG

Tel. 02366 95201-0
www.motorworld.de/home/zeche-ewald-ruhr