Im Business-Outfit auf dem Spielplatz

Silke Voß-Schulz kriegt Mutterschaft und Karriere unter einen Hut

Jahren Marktbereichsdirektorin für Herten bei der Sparkasse Vest Recklinghausen. Ihre Stelle ist weit oben angesiedelt in der Hierarchie des Konzerns, nach oben folgen nur noch zwei Stufen. Dass eine Frau diese Position bekleidet, ist auch bei der Sparkasse noch etwas Besonderes: „Außer mir gibt es nur noch eine Frau in einer ähnlichen Position“, weiß die diplomierte Betriebswirtin.

Der Wechsel in die Führungsposition war für sie nicht ohne: „Die Stellen­zusage und die Geburt meines jüngsten Sohnes fielen in die gleiche Woche“, erzählt die zweifache Mutter. Sie weiß: „Viele Frauen hätten da sicher nein gesagt.“ Silke Voß-Schulz sagte zu. Wenige Wochen später trat sie die Stelle in Herten an, die Elternzeit übernahm ihr Mann.

Seitdem ist sie Führungskraft in Teilzeit. Denn was in vielen Betrieben noch undenkbar ist, macht die Sparkasse Vest als familienfreundlicher Betrieb mit Zertifikat möglich: Silke Voß-Schulz hat eine 80-Prozent-Stelle, „und die halte ich auch ziemlich streng ein.“ So bleibt morgens Zeit fürs Frühstück mit den Kindern, oder nachmittags ein Zeitfenster für den gemeinsamen Spielplatz-Besuch. „Meistens bin ich da unter den Müttern etwas overdressed“, verrät die Karrierefrau lachend. „Wenn abends noch ein offizieller Termin ansteht, ziehe ich mich zwischendurch nicht unbedingt um.“

Die Karriere genau planenDenn zu ihrem Job zählen auch zahlreiche repräsentative Aufgaben. Silke Voß-Schulz engagiert sich in vielen Vereinen, zum Beispiel im Stiftungsrat der Hertener Bürgerstiftung und im Beirat der Hertener Löwen. Außerdem ist sie Schirmherrin des Projektes „Schulklasse 2000“ für Gesundheitsförderung und Prävention an Grundschulen sowie Schatzmeisterin im Vorstand des Freundeskreises Hof Wessels. Obwohl sie in Castrop- Rauxel wohnt, ist sie inzwischen wohlbekannt in Herten. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit macht ihr Spaß: „Ich bin ein extrovertierter Typ.“

Die Karriere genau planen

Und auch „ein bisschen Workaholic“, gibt sie zu: „Meine Termindichte ist teilweise überirdisch“, sagt sie mit einem Blick auf den Terminplaner auf ihrem Schreibtisch. Dicht an dicht drängen sich da die Einträge, kaum zu überblicken für Außenstehende. „Das müssen sich Frauen klar machen, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen wie ich.“ Überhaupt, so empfiehlt Silke Voß-Schulz, sollten berufstätige Frauen ihren Karriereweg genau planen. Das hat auch sie getan, seit sie ihre Ausbildung bei der Sparkasse Castrop-Rauxel gemacht und später Sparkassen-Betriebswirtschaft studiert hat.

Wie das geht, verrät sie jungen Kolleginnen auch in Seminaren – das ist ebenfalls Teil ihrer Arbeit. Ebenso wie die Mitwirkung an Projekten wie dem Steuerungskreis „Gemeinsam gut unterwegs“, der den ganzheitlichen Beratungsansatz für Kunden erarbeitet und weiterentwickelt. Und natürlich die Personalführung – ein Bereich, der ihr besonders am Herzen liegt. „Mir ist wichtig, dass es meinen Mitarbeitern gut geht“, betont Silke Voß-Schulz, „jeder soll das erreichen, was in ihm steckt.“ Ein Führungsstil, der durchaus aufgeht: Der Marktbereich Herten ist einer der erfolgreichsten im ganzen Haus.

Text: Stefanie Hasler • Fotos: Marco Stepniak

Info

Sparkasse Vest Recklinghausen

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