Blitzer, Kontrollen und Fahrverbote auf Ewald

Gegen Raser auf Ewald: Stadt und Bezirksregierung einigen sich auf Maßnahmen

Seit langem beschweren sich die Anwohner des Ewaldgeländes über nächtlichen Lärm - verursacht durch Raser, Motorräder und die Tuning-Szene, die sich hier gern trifft. Wie man das Gelände beruhigen kann, war jetzt Thema eines Gesprächs zwischen der Stadt, der Bezirksregierung Münster, des Kreises Recklinghausen sowie der Polizei. Gemeinsam verständigte man sich darauf, verkehrsberuhigende Maßnahmen umzusetzen.

Nachts nur 80 km/h auf der Ewaldstraße

100 km/h - seit Mai diesen Jahres ist das die Höchstgeschwindigkeit, die auf dem zweispurigen Abschnitt der Ewaldstraße gefahren werden darf. Um die Ewaldstraße zu beruhigen, plant die Stadt, die zulässige Geschwindigkeit nachts auf 80 km/h zu verringern. Überwacht wird das künftig durch zwei fest installierte Blitzer. Die Höchstgeschwindigkeit auch tagsüber auf 80 abzusenken, hat die Bezirksregierung jedoch abgelehnt.

Polizeikontrollen in der Tuningszene

Auch die Tuning-Szene auf dem Ewaldgelände soll künftig stärker beobachtet werden. So möchte die Polizei künftig neben der Fahrgeschwindigkeit auch die Tuningelemente auf ihre Zulassung kontrollieren. Wer zu schnell fährt oder nicht zugelassene Teile im Auto verbaut, muss dann mit ernsthaften Konsequenzen rechnen: Die Polizei kooperiert mit dem Straßenverkehrsamt und der Bußgeldstelle.

Zufahrtsverbot für Motorradfahrer

Ab Ende des Jahres dürfen Motorradfahrer das Zechengelände abends und nachts nicht mehr befahren. Grund dafür: Manche Motorradfahrer nutzen die vielen Freiflächen des ehemaligen Zechengeländes, um Beschleunigungsrennen zu fahren oder den Motor aufheulen zu lassen. Die Anwohner rund um die Zeche sind davon wenig begeistert: Jetzt soll bald Schluss sein mit dem Zweirad-Lärm.

Neben dem Fahrverbot für Motorräder plant die Stadt, die Durchfahrt zur Albert-Einstein-Allee zeitweise baulich zu unterbrechen. Die Anträge werden derzeit noch geprüft. Die anliegenden Grundstücke und Gewerbeparzellen bleiben natürlich weiterhin erreichbar.

Aufpflasterungen werden nicht genehmigt

Bei Facebook wurde gelegentlich der Wunsch geäußert, die Zufahrten zur Zeche durch Aufpflasterungen auf den Straßen zu beruhigen. Auch die Stadtverwaltung hatte diese Idee, die jedoch nicht umgesetzt werden kann: Weil die Zeche als Gewerbegebiet genutzt wird, ist eine derartige Geschwindigkeitsbegrenzung auf ca. 30 km/h nicht möglich.

Ruhige und besucherstarke Veranstaltungen im Wechsel

Trotz aller künftigen Einschränkungen soll das Ewaldgelände ein beliebter Treffpunkt und Veranstaltungsort bleiben – da waren sich alle Beteiligten einig. Gemeinsam entwickelten sie ein anwohnerfreundliches Veranstaltungskonzept, das einen Wechsel zwischen ruhigen und stark besuchten Veranstaltungen vorsieht. Außerdem sollen die Schallschutzauflagen künftig strenger überwacht werden.