Copa Ca Backum historisch gewachsen

30 Jahre Copa

Das Bild von der Jungfrau, die zum Kinde kam, dokumentiert perfekt die Situation von Artur Porr. In der steckte der gelernte Elektro-Ingenieur und studierte Betriebswirt Mitte der achtziger Jahre. Als Chef der Stadtwerke sollte er mit seinem Team plötzlich ein Freizeitbad mit Saunalandschaft planen, bauen und betreiben. Entwaffnend ehrlich, gesteht der gebürtige Siebenbürger heute: „Wir hatten absolut keine Ahnung. Energie zu liefern, das war unser Kerngeschäft. Aber der Stadtrat und Werksausschuss hatten Vertrauen in unsere technischen Fähigkeiten.“ Von dieser Wertschätzung beflügelt, schlug anfängliche Skepsis rasch in Begeisterung um. Von diesem Pioniergeist ließ sich die komplette Führungsriege anstecken, ebenso die Politik. Als prägende Figuren und treibende Kräfte nennt er den damaligen Bürgermeister Willi Wessel und Werksausschuss-Vorsitzenden Heinz Preuß sowie Gerti Annuß, Heinz Muhs und Ingo Wolf von der Opposition. Mit Studienfahrten machten sich die Vertreter der Politik und Stadtwerke schlau. So stellte sich heraus, dass die Sauna im ersten Entwurf viel zu klein geplant war. „Gott sei Dank ist das noch korrigiert worden“, lobt Badleiterin Petra Anlauf den guten Riecher der Planer.

Wieso das Copa Ca Backum, das in diesem Jahr den 30. Geburtstag feiert, in der Bevölkerung bis heute akzeptiert und geliebt wird, erklärt Artur Porr so: „Nicht zuletzt wegen der hohen Kosten war die Identifikation der künftigen Gäste mit dem Bad für uns seinerzeit ein hohes Gut. Persönlich ging ich auf Werbetour und tingelte durch Vereine, Eltern-Kind-Gruppen und Betriebe.“ Als Glücksgriff erwies sich die heimische Werbeagentur Danz. Bei der Entwicklung des Namens kam zusammen, dass deren Chef an der Copacabana in Brasilien gerade Urlaub gemacht hatte und als Vorgabe das Wort „Backum“ vorkommen musste. „Copa Ca Backum“ galt manchen Zeitgenossen seinerzeit als spinnert. Heute ist die Kurzform „Copa“ ein Synonym für eine attraktive Freizeitstätte, „wo Gäste immer was Neues erleben können“, so Petra Anlauf. Respektvoll geht der heutige Geschäftsführer der Stadtwerke, Thorsten Rattmann, mit dem Erbe seiner Vorgänger Gisbert Büttner, Marlies Mathenia und Artur Porr um: „Wir betrachten es als unsere Daueraufgabe, das Bad zu pflegen und an der Attrak­tivität zu feilen. Diese Verpflichtung ergibt sich schon aus der ausgeprägten Verbundenheit unserer Gäste mit dem Bad. Wir sind nicht nur Energie-Lieferant, sondern betrachten uns als Partner bei der städtischen Daseinsfürsorge.“

Text: Michael Polubinski • Fotos: Hertener Stadtwerke, André Chrost

Info

Freizeitbad Copa Ca Backum
Über den Knöchel/ Teichstraße
Tel. 02366 307-310
www.copacabackum.de