Kleine Tablets, große Klasse

Acht Schulklassen haben sich für das Pilotprojekt „Digitales Lernen“ auf einen Klassensatz Tablet-PCs beworben. Nun stehen die Gewinner fest: Gewonnen haben die Klasse 6.1 der Rosa-Parks-Schule und die E3a der Achtenbeckschule. Beide Klassen werden mit modernen Geräten ausgestattet.

Frau Luna – Eine spektakuläre Mondrevue

Eine Revue-Operette mit einer Mischung aus Witz, schwungvollen Märschen und gefühlvollen Walzern – die erwartet alle Musikbegeisterte im Rahmen der Kulturfahrt zur Operette „Frau Luna“ im Opernhaus Dortmund.

Der Hahn im Korb

Frank Drewa ist Leiter der Kita Clemensstraße – und als männlicher Erzieher eine Rarität in Herten
Hertener Gespräche

„Der wahre Schimanski“ im Kreuzverhör

Er kritisierte, die Polizei sei systematisch heruntergewirtschaftet worden und berichtete über seine Ermittlungen zu den Mafia-Morden in Duisburg: Kriminalhauptkommissar Heinz Sprenger war zu Gast bei den 30. Hertener Gesprächen.

Fotostrecke: Nachtkerzen 2017

Shoppen bis in die Nacht bei lauschigem Licht und launiger Kultur: HERTEN ERLEBEN war dabei.
Tipp des Monats

Sparsam durch die Heizsaison

Im Herbst werden die Tage kühler, und vor allem in den Morgen- und Abendstunden wird jetzt schon vielerorts die Heizung angestellt. Um bei angenehmer Wärme unangenehme Folgen auf der Energierechnung zu vermeiden, helfen einige einfache Tricks.

Bart-Art

Barbershop bietet Kunst am Männerhaar

Das Rasiermesser fährt sanft über den weißen Rasierschaum. Ein leises metallisches Klackern der Schere von der anderen Seite des hölzernen Friseurtisches. Im Hintergrund das Rauschen des Föhns. Aus den Lautsprechern erklingt eine Rock ’n‘ Roll-Version von „Son of a preacher man“. Im Barbier- und Friseurladen „Schnipp Schnapp Barbershop“ von Robert Schott verrät nicht nur die Geräuschkulisse, dass hier eine besondere Atmosphäre herrscht. Neben der Ledersitzecke führen einige Stufen in die Bartschmiede. „Darauf haben wir uns spezialisiert. Rasuren und Haarschnitte, auch szenebedingt im Rockabilly-Style“, erklärt Schott. Platzgenommen wird stilecht im original 70er-Jahre Friseurstuhl, mit Ausblick auf das klassisch-amerikanische Symbol des Barbershops: Eine drehende, blau-weiß-rot gestreifte Außen­laterne, die „Pole“.

Oldschool-Techniken

„Wir haben unseren eigenen Flair hier im Laden, wir haben unsere eigene Musik, unsere eigene Art umzugehen mit den Leuten, sind mit allen ‚per Du’“, sagt Schott. Ein normaler Friseurladen war dem 49-Jährigen zu langweilig. Der Friseurberuf liegt schon seit 1913 in der Familie. Die besonderen Kniffe des Handwerks brachte ihm sein Großvater bei: Techniken, die bei vielen modernen Friseuren längst vergessen sind. Schon seinem ersten Geschäft in Westerholt verpasste Robert Schott seinen ganz eigenen Look, das war 1994. Den typisch amerikanischen Barbershop-Stil behielt er bei, seit einem Jahr ist der Friseurmeister mit seinem Team in der Bahnhofstraße 138 zu finden. Mit seinem Konzept liegt Schott heute voll im Trend. Die richtige Einrichtung zu finden, sei damals gar nicht so einfach gewesen, viele Dinge musste er in den USA bestellen. Und auch heute noch legt er Wert auf besondere Einzelstücke. Die große hölzerne Barberpole neben dem langen Friseurtisch ist handgedrechselt, eine kleinere aus den Niederlanden soll bald draußen hängen.

 

 

Exklusive Pflegeprodukte

Auch bei den Pflegeprodukten achtet Schott auf eine exklusive Auswahl. „Bei uns wird viel mit Pomade gearbeitet, die Frisuren und Bärte werden mehr mit fett- und ölhaltigen Pomaden geschmiert. Auch die Parfüme und Aftershaves haben die meisten Großhändler gar nicht im Reper­toire.“ Ein Service, den seine Kunden zu schätzen wissen - und dafür mal gerne etwas länger bleiben. „Männer haben jetzt angefangen, mehr auf sich zu achten. Früher ist der Mann zum Friseur gegangen und hat gesagt ‚Mach wie immer’. Der Hipster-Style hat ja nicht nur die Klamotten, sondern durch Bart und Frisur auch das Auftreten komplett verändert“, sagt Schott. Im Prinzip seien die Männer aber auch nach dem Höhepunkt dieses Trends bei ihrem Pflegebewusstsein geblieben. „Sie haben gemerkt, dass es schön ist, zum Friseur oder Barbier zu gehen und sich verwöhnen zu lassen. Die Männer sind gerne bereit, ein paar Euro dafür zu bezahlen, damit sie hier mal ne Stunde richtig abchillen und das lesen oder hören können, was sie wollen.“

Kunden, die auf ihren Termin warten, können es sich im Westerholter Barbershop besonders gemütlich machen. Ein kleines Whiskeytasting oder mit einer Zigarre in der rund 400 Quadrat­meter großen Außenlounge sitzen – „hier ist der Friseur kein Pflichttermin, sondern beliebter Treffpunkt“, sagt Schott. Natürlich wird auch hier ordentlich geklönt, aber dann eben über Motorräder, Autos, Tattoos und Konzerte. Eine Atmosphäre, die auch der Gelsenkirchener Max Stein schätzt. Der 28-Jährige bucht meistens das Vollprogramm aus Haarschnitt und Bartpflege: „Das ist wie ein kleiner Wellnesstag.“ Seine Frisur hat er schon seit zehn Jahren, Bartträger ist er seit fünf Jahren – Treue zum klassischen Oldschool-Look eben. „Und beim Motorrad fahren ist der Fahrtwind nicht so kalt im Gesicht“, sagt er und lacht. Im Westerholter Barbershop will er als Stammkunde bleiben: für die kleinen Pausen im Alltag.

 

Text: Lisa Mathofer

Fotos: Marco Stepniak

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