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Otto Lerchenmüller
Herausgeber
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Bahnhof Lange Bank. Ausruhen, auf den Zug warten, überwältigende Eindrücke verarbeiten. Nur das Zirpen der Grillen, alle halbe Stunde ein unsäglich lautes Rattern eines vorbauschnaufende Transportzuges. Dann wieder fast Totenstille. Erschöpfte Männer mit schwarzem Gesicht, und eine Frau. Sie noch recht munter und immer wieder ein Gespräch suchend. Fragen stellen. Angst? Nein. Wir sind ja schon wieder fast oben. Unsere beiden Begleiter erzählen aus ihrem Leben. Keiner steigt so richtig drauf ein. Sie erzählten wie es früher war. Und über das Ende. Wie lange hier noch malocht wird, weiß keiner so richtig. Der besondere Bahnhof liegt 800 Meter unter Tage. Wir sind beim Wiederaufstieg vom tiefs-ten Punkt unserer Untertagereise, kommen von dort, wo die Kohle abgebaut wird, 1.200 Meter im Erdinneren. Da waren wir wirklich. 50 Grad warm oder heiß, wie man will. Durch Wasserpfützen und Schlamm watend, gelangten wir zu den Bergleuten ganz da unten, ganz vorne, am Ende des Flözes. Hollenlärm, staubig, nichts zu verstehen. Laute, schrille Sirenentöne, die hört man. Und die Kohlenfräse und das Förderband. Hat an diesem Tag nicht so richtig funktioniert. Bleibt immer wieder stehen. Wohl überladen, hören wir zufällig aus einem Lautsprecher. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich so tief unten, fast in der Hölle, auf einer Zeche, wo Kohle abgebaut wird. Auf dem Bergwerk Westerholt. Eingefahren in Polsum.
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Dreckig, müde, aber um ein unvergessliches Erlebnis reicher:
Nach dem Besuch unter Tage auf dem Bergwerk Westerholt.
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Mein wichtigster Eindruck von dieser Untertagereise: Große Hochachtung vor den Männern, die dort unten malochen. Ich habe viel gesehen, gelernt und verstehe Hertener
Geschichte und Traditionen jetzt besser, beurteile anders. Und ich habe ein Gefühl bekommen für den Gruß, der uns immer wieder entgegen kam und den wir all denen zuriefen fast schon befreiend , denen wir da unten begegneten: Glück Auf. Ich war froh, als ich wieder am Tageslicht war. Fertig war ich, kohlenstaubverschmiert, müde. Obwohl ich da unten nicht mal gearbeitet habe. Ich habe nur erlebt. In der nächsten Ausgabe von Herten erleben gibts über diese Untertagereise eine extra Geschichte. Muss es geben!
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Der Vorstand des Förderverein Europäisches Mountainbike-Zentrum in NRW.
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Es gab natürlich noch viele andere spannende Begegnungen und Geschichten, die ich in den letzten Wochen erleben durfte. In meiner zweiten Heimat. Die Renovierung unseres Hl. Antons auf der Kranzplatte, dem Schutzpatron der Pfarrkirche. Oder die Gründung des Mountainbike-Fördervereins. Ich hatte so nebenbei diesen Vorschlag gemacht. Jetzt bin ich der Vorsitzende. Und ständig auf Werbefeldzug für Neumitglieder. Doch diese Geschichten stehen weiter hinten im Heft. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen wie immer

Otto Lerchenmüller
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